23 Millionen Euro Defizit: Wie Jan-Ove Faust die OSK sanieren will

Der neue OSK-Geschäftsführer Jan-Ove Faust will mit einer Bestandsanalyse, effizienterer Mittelverwendung und neuen Strukturen den defizitären Klinikverbund im Kreis Ravensburg stabilisieren…

1. Oktober 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Jan-Ove Faust, seit vier Wochen Geschäftsführer des Oberschwabenklinikverbunds (OSK), will das jährliche Defizit von 23 Millionen Euro durch Umstrukturierungen und bessere Erlössicherung senken. Der 68-Jährige prüft, ob der Verbund mit rund 3.400 Beschäftigten bislang nicht alle zustehenden Abrechnungserlöse ausschöpft.

Faust kennt die OSK. Von 2007 bis 2020 war er dort Direktor Medizin und Pflege sowie Geschäftsführer der Medizinischen Versorgungszentren. Zuletzt leitete er den Medizin Campus Bodensee, dessen geplante Fusion mit der OSK scheiterte. Der Bodenseekreis beauftragte stattdessen die Schweizer AMEOS Gruppe.

Konkret will Faust das Kapazitätsmanagement bündeln und OP-, Pflege- und Bettenbelegung zentral steuern. In Ravensburg stehen werktags 502 Betten zur Verfügung, in Wangen 191. Die Notaufnahmen beider Häuser sollen umgestaltet und Notfall- von Hausarztpatienten besser getrennt werden.

Laut Schwäbischer Zeitung könnte Meike Thun als externe betriebswirtschaftliche Unterstützung hinzukommen. Sie hatte um 2022 ein Gutachten verantwortet, das die Schließung des Krankenhauses in Bad Waldsee empfahl.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bereitet Faust Sorge, Abteilungsschließungen erwartet er aber nicht. Kooperationen hält er für möglich, auch mit AMEOS oder Kliniken im Bayerischen Allgäu.

Quelle:
swr.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.