Gaß setzt auf mehr Gestaltungsspielraum für Krankenhäuser
DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert weniger Bürokratie, mehr Gestaltungsspielraum sowie eine Gesundheitspolitik, die Versorgung sichert, Krankenhäuser wirtschaftlich stabilisiert und Qualität an Behandlungsergebnissen misst…
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Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG, verbindet die jüngsten Landtagswahlergebnisse mit der Frage, ob Politik und Staat noch ausreichend Vertrauen in ihre Problemlösungsfähigkeit genießen. Die Zugewinne politischer Parteien an den Rändern und die Verluste traditioneller Parteien sieht er als Signal für ungelöste Herausforderungen wie wirtschaftliche Stagnation, steigende Sozialabgaben, Migration, Wohnungsnot, den demografischen Wandel und die Sicherung der sozialen Infrastruktur.
Im Gesundheitswesen kritisiert Gaß, dass auf Probleme über Jahre vor allem mit zusätzlichen Vorschriften, Nachweisen und Kontrollen reagiert worden sei. Ärztinnen und Ärzte verbringen durchschnittlich 2,9 Stunden, Pflegekräfte 2,7 Stunden ihres Arbeitstages mit Dokumentations- und Nachweispflichten. Rechnerisch entspricht dies der Arbeitsleistung von rund 176.000 Vollkräften.
Der demografische Wandel verschärft die Lage, weil das Angebot an Fachkräften sinkt und zugleich der Versorgungsbedarf älterer und chronisch kranker Menschen steigt. Neue Personalvorgaben und Dokumentationspflichten können fehlendes Personal nicht ersetzen. Bürokratisch gebundene Arbeitszeit fehlt außerdem unmittelbar in der Versorgung.
Gaß fordert einen Staat, der klare Ziele setzt, Sicherheit gewährleistet und Ergebnisse kontrolliert, den Menschen und Institutionen mit Verantwortung aber Gestaltungsspielräume lässt. Für die Gesundheitspolitik nennt er die Sicherung der Versorgung, die wirtschaftliche Stabilisierung der Krankenhäuser, den Abbau überflüssiger Regulierung und eine stärkere Orientierung der Qualität an Behandlungsergebnissen. Die politische Mitte müsse ihre Fähigkeit zur konkreten Problemlösung unter Beweis stellen.
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