SHG gibt Mehrheit am Klinikum Idar-Oberstein ab – Auswahlverfahren läuft
Mehrere Klinikträger wollen die 50,05-Prozent-Beteiligung der Saarland-Heilstätten am Klinikum Idar-Oberstein übernehmen. Finale Angebote sind ab Anfang 2027 vorgesehen…
- Ökonomie
Für den Mehrheitsanteil der Saarland-Heilstätten (SHG) am Klinikum Idar-Oberstein haben sich im bundesweiten Interessenbekundungsverfahren mehrere Klinikträger gemeldet. Die SHG will ihre Beteiligung von 50,05 Prozent vollständig abgeben. Namen und Zahl der Interessenten werden wegen der Vertraulichkeit des Verfahrens nicht genannt.
Hintergrund des Ausstiegs: Die SHG kann die langfristigen finanziellen Sicherheiten für den geplanten Ergänzungsneubau aus kommunalaufsichtlichen Gründen nicht im erforderlichen Umfang mittragen. Die Kommunen hatten im November 2025 ein Bürgschaftspaket zur Absicherung der Finanzierung beschlossen. Die übrigen Anteile bleiben in kommunaler Hand.
Das Beratungsunternehmen Dornbach Health Care steuert das Auswahlverfahren im Auftrag der kommunalen Gesellschafter. Rechtsanwältin Carola Hollnack führt das Verfahren. Ab Mitte Oktober 2026 erhalten ausgewählte Interessenten über einen digitalen Datenraum Einblick in Finanzen, Verträge und Leistungen des Klinikums. Der Zugang bleibt bis Mitte Dezember geöffnet. Auf dieser Grundlage sollen zunächst unverbindliche Angebote abgegeben werden.
Finale Angebote sind ab Anfang 2027 vorgesehen und müssen ein detailliertes Medizinkonzept sowie den Nachweis wirtschaftlicher Tragfähigkeit enthalten. Klinikleitung und Betriebsrat werden eingebunden. Ein neuer Mitgesellschafter braucht die Zustimmung von Kreistag, Stadträten und Verbandsgemeinderat. Ziel ist ein Abschluss im ersten Quartal 2027. Dornbach wies darauf hin, dass sich der Zeitplan noch ändern könne.
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