Sachsen-Anhalt prüft mögliche Versorgungslücken durch neue Leistungsgruppen

Zum 1. Januar 2027 will Sachsen-Anhalt die Leistungsgruppen wirksam werden lassen. Von 769 Anträgen erhielten 625 grünes Licht. Bei 144 Anträgen sieht der Medizinische Dienst die Vorgaben als nicht erfüllt an…

12. Oktober 2026
  • MD
  • Politik

Sachsen-Anhalt will die Zuweisung der Leistungsgruppen zum 1. Januar 2027 wirksam werden lassen. Die Krankenhausreform wird das Leistungsangebot der Kliniken verändern. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) rechnet damit, dass künftig nicht jedes Krankenhaus alle bisher angebotenen Behandlungen fortführen kann.

Die Krankenhäuser haben insgesamt 769 Anträge auf Leistungsgruppen gestellt. Bei 625 Anträgen gab es grünes Licht. Bei 144 Anträgen sieht der mit der Prüfung beauftragte Medizinische Dienst (MD) die Vorgaben als nicht erfüllt an. Die Leistungsgruppen legen einheitliche Anforderungen an die Ausstattung und die verfügbaren Fachärzte fest. Nur Krankenhäuser, die diese Anforderungen erfüllen, können entsprechende Leistungen anbieten und mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.

Grimm-Benne bewertet den bisherigen Stand positiv. Zugleich müsse geprüft werden, ob die Neuordnung in einzelnen Regionen zu einer Unterversorgung führt. Gegebenenfalls seien Anpassungen erforderlich.

In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit 44 Krankenhäuser an 53 Standorten. Viele Einrichtungen stehen unter finanziellem Druck. Besonders angespannt bleibt nach Angaben der Salus Altmark Holding die wirtschaftliche Lage des Altmark-Klinikums mit seinen Standorten Gardelegen und Salzwedel. Abteilungsschließungen seien dort aktuell nicht geplant.

Die Gesundheitsministerin kritisiert zudem den hohen finanziellen und bürokratischen Aufwand sowie zunehmende Eingriffe des Bundes in die Rechte der Länder. Sie fordert, die Patientenversorgung von der Notaufnahme über die Operation bis zur Nachsorge stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Quelle:
kma-online.de

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