Diversität in der Medizin: Warum Ausbildung und Leitlinien sich grundlegend ändern müssen
Beim vdek-Zukunftsforum in Berlin forderten Fachleute, Diversität und geschlechtersensible Medizin verbindlich in Studium, Weiterbildung und Leitlinien zu verankern…
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Diversität und geschlechtersensible Medizin müssen nach Einschätzung von Fachleuten verbindlich in die ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung integriert werden. Das forderten Vertreterinnen und Vertreter aus Studierendenschaft, kassenärztlicher Versorgung und dem Gemeinsamen Bundesausschuss beim Zukunftsforum des Verbands der Ersatzkassen in Berlin.
Charlotte Holste, Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden, verwies darauf, dass 70 Prozent der Medizinstudierenden inzwischen weiblich seien und immer mehr Ärztinnen und Ärzte eine Migrationsgeschichte hätten. Dennoch werde in der Lehre überwiegend an weißer Haut gelernt, in Präparierkursen fehlten rassismuskritische Begriffe. Holste forderte sensibilisierte Dozierende und diversitätssensible Leitlinien bereits im Studium. Zudem kritisierte sie sexuelle Übergriffe im Praktischen Jahr und mangelnden Respekt gegenüber der jungen Ärztegeneration.
Christiane Wessel, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, verlangte, Diversität in jedes Fachgebiet des Curriculums aufzunehmen. Leitlinienkommissionen seien zu wenig divers besetzt, selbst in der Gynäkologie dominierten männliche Perspektiven. Sie brachte Quoten für diese Gremien ins Gespräch.
Bernhard van Treeck, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie unparteiisches Mitglied im G-BA, betonte die Bedeutung von Teampraxen für mehr Perspektivenvielfalt. Zugleich müsse die Datenbasis für G-BA-Entscheidungen diverser werden. Die Untersuchung von Subgruppen nach Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status erfordere jedoch deutlich größere Fallzahlen.
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