Krankenkassen investierten 1,1 Milliarden Euro in leistungsgestörte Anlagen – 400 Millionen bereits abgeschrieben
Über eine Milliarde Euro haben Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen in leistungsgestörte Verius-Fonds investiert. Rund 400 Millionen Euro sind bereits wertberichtigt, mehrere Klagen laufen …
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Krankenkassen haben laut Bundesregierung rund 1,1 Milliarden Euro in Anlagen im Umfeld der Verius-Fonds investiert, deren Rückzahlung als gefährdet gilt. Bis Ende 2025 wurden rund 400 Millionen Euro wertberichtigt. Auch mehrere Kassenärztliche Vereinigungen sind betroffen, in den Regierungszahlen aber nicht erfasst. Mindestens 28 Kassen und KVen sollen beteiligt sein, der mögliche Gesamtschaden liegt bei über 500 Millionen Euro.
Die Kassen erwarben Inhaberschuldverschreibungen mit festem Kupon und Rating. Wirtschaftlich floss das Geld jedoch über eine luxemburgische Verbriefungsgesellschaft in nachrangig besicherte Darlehen an Immobilien-Projektentwickler. In der Negativzinsphase zwischen 2019 und 2022 wirkten die Papiere mit 1,25 Prozent Kupon attraktiv, obwohl am Ende der Kette Zinsen von bis zu 15 Prozent auf das tatsächliche Risiko hindeuteten.
Die KV Westfalen-Lippe hat ihren Finanzvorstand vor dem Landgericht Dortmund auf Schadenersatz verklagt und die Wirtschaftsprüfer separat vor dem Landgericht Düsseldorf. Sie hat insgesamt rund 200 Millionen Euro abgeschrieben. Vor dem Landgericht Frankfurt klagen unter anderem die KV Baden-Württemberg und die Kaufmännische Krankenkasse. Dort sind zwei Termine für den 10. Dezember 2026 angesetzt.
Die KVBW betont, ärztliches Honorar sei nicht betroffen. Da die Verwaltungshaushalte der KVen aber aus Mitgliedsbeiträgen finanziert werden, können sich die Verluste langfristig auf die Spielräume der Körperschaften auswirken. Oppositionspolitiker warnen bei den Kassen vor steigenden Beiträgen für Versicherte.
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