Charité und Uniklinikum Essen entwickeln KI-Tool für frühe Warnsignale auf Intensivstationen
Die Charité und das Uniklinikum Essen bauen im Verbund React ein KI-System, das Intensivmedizinern anhand von Routinedaten frühere Warnsignale und nachvollziehbare Handlungsempfehlungen liefern soll…
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Der neue Forschungsverbund React will Routinedaten auf Intensivstationen systematisch für klinische Entscheidungen nutzbar machen. Medizininformatiker der Charité und KI-Experten des Uniklinikums Essen entwickeln dafür ein System, das Vitalwerte, Laborbefunde, Arztbriefe und Medikamentenpläne auswertet und in nachvollziehbare Handlungsempfehlungen übersetzt.
Bislang werden diese Daten meist einzeln und anhand starrer Schwellenwerte beurteilt. Verschlechterungen lassen sich so oft erst spät erkennen. Die klinische Leiterin Dr. Mirja Mittermaier betont, das System solle relevante Warnsignale deutlich früher sichtbar machen und transparent zeigen, worauf die Einschätzung beruht. Die ärztliche Verantwortung bleibe dabei bestehen.
Viele klinisch relevante Informationen stecken in unstrukturierten Texten wie Arztbriefen, Verlaufsdokumentationen und Befunden. React schafft deshalb eine Infrastruktur, die strukturierte und unstrukturierte Daten gleichermaßen erschließt und nach dem Interoperabilitätsstandard FHIR aufbereitet. Datengrundlage sind rund 200.000 Intensivaufenthalte aus einer der größten harmonisierten intensivmedizinischen Datensammlungen Europas.
Geplant sind zunächst zwei Dashboards. Eines für den Abgleich von Antibiotikatherapien mit Leitlinien, ein zweites zur Früherkennung von Kreislaufinstabilität. Nach einer klinischen Pilotphase sollen zentrale Komponenten als Open-Source-Software veröffentlicht werden. Das BMFTR fördert das Vorhaben mit rund 2,8 Millionen Euro über drei Jahre. Koordiniert wird der Juniorverbund von Dr. Elias Grünewald an der Charité.
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