DGKIMED-Summit: Nur drei von 1500 KI-Lösungen zeigen Wirkung auf Patienten
Der DGKIMED-Summit zeigte, dass KI als zentraler Digitalisierungsfaktor gilt, doch Wirksamkeitsnachweise weitgehend fehlen. Politik, Kliniken und Ethiker ringen um Rahmenbedingungen, Finanzierung und verantwortungsvollen Einsatz…
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Beim Summit der Deutschen Gesellschaft für künstliche Intelligenz in der Medizin (DGKIMED) in Berlin forderte der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Thomas Moesta, KI verantwortungsvoll in die Anwendung zu bringen. Eine Studie von Ende 2025 zeige Wirksamkeit auf Patienten nur bei drei von 1500 KI-Lösungen. Halluzinierte Quellen hätten sich in den letzten Jahren verzwölffacht.
BMG-Digitalchef Philipp Müller erklärte KI zum zentralen Faktor der Digitalisierung. 70 Prozent der Leistungserbringer sollen KI in der Dokumentation einsetzen. Das GeDIG baut die ePA zur Plattform aus und schafft Datenwege für Gesundheits-KI. Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit verzeichne nach einem Jahr 100 Anträge, je ein Drittel von Kassen, Privatwirtschaft und Forschung.
Prof. Dr. Martin Hirsch, Gründer von Ada Health und Leiter des Instituts für KI in der Medizin an der Philipps-Universität Marburg, plädierte für ethische Standards. Er verwies auf Risiken wie Enthemmung, parasoziale Eskalation und kognitive Verzerrungen und ist bekannt für seine Forderung eines Hippokratischen Eides für KI-Entwickler.
Aus der Praxis berichteten Agaplesion und das UKE über KI-Strategien bei Ambient Listening und Arztbriefschreibung. Die DKG fordert laut ihrer Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Henriette Neumeyer Rechtssicherheit, eine solide Datenbasis und Vernetzung für den KI-Transfer. Der KI-Atlas gebe Kliniken Umsetzungshinweise, laufende Kosten sollten frühzeitig eingeplant werden. Neumeyer forderte zudem schnelle Digitalisierung mit Fokus auf Outcomes wie ePA und Notfallversorgung.
Charité-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Heyo Kroemer mahnte Evidenz an und verwies auf die Vorbildrolle der nordischen Länder. Meilin Möllenkamp von Statista stellte eine Krankenhausbewertung anhand von fünf Säulen vor, darunter Qualitätskennzahlen und digitale Reife. Dr. Matthias Bracht vom KRH Klinikum Hannover kritisierte regulatorische Hürden trotz technischer Möglichkeiten beim standortübergreifenden Datenzugriff in der Intensivmedizin. Dr. Falko Schulte von Helios forderte Datenautonomie, Transparenz, Interoperabilität und Herstellerunabhängigkeit.
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