süV: Ab Januar 2027 können wohnortnahe Gesundheitsversorgungszentren (GVZ) starten

Die Vergütungsvereinbarung schafft für kleine Krankenhäuser erstmals einen verbindlichen Finanzierungsrahmen aus zwei Pauschalen, einem Budgetdeckel und einer Mindestfallzahl von 30 je Bett…

16. Oktober 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Die Vergütungsvereinbarung schafft für kleine Krankenhäuser erstmals einen verbindlichen Finanzierungsrahmen, mit dem die ersten wohnortnahen Gesundheitsversorgungszentren (GVZ) ab Januar 2027 starten können. Für Häuser, die sich neu aufstellen wollen, rückt damit das Gespräch mit dem Land über die Bettenzahl an den Anfang der Planung.

Die Strukturpauschale beträgt 182.734 Euro je Bett und Jahr. Sie deckt die weitgehend leistungsunabhängigen Kosten einschließlich der Pflegepersonalkosten. Maßgeblich ist die von der Landesbehörde ausgewiesene Bettenzahl, höchstens jedoch 50 Betten. Hinzu kommt eine Sachkostenpauschale von 95 Euro für jeden Tag, an dem ein Bett belegt ist.

Der volle Anspruch setzt 30 stationäre Behandlungsfälle je Bett und Kalenderjahr voraus. Wird diese Zahl verfehlt, mindert sich der Anspruch rückwirkend um 25 Prozent bei einer Unterschreitung von bis zu 20 Prozent, sonst um 50 Prozent. Die Autoren empfehlen daher, die Bettenzahl nicht punktgenau auf den Schwellenwert zu kalkulieren.

Die Regeln verhindern Doppelabrechnungen. Findet innerhalb von 30 Kalendertagen vor oder nach der Aufnahme ein Aufenthalt in einem anderen Krankenhaus statt, entfällt die Sachkostenpauschale.

Für einen Start im Januar 2027 müssen die Häuser rückwärts planen. Der Antrag beim Medizinischen Dienst ist spätestens drei Monate vor der Leistungsaufnahme zu stellen. Ob das GVZ zum tragenden Element der wohnortnahen Versorgung wird, entscheidet sich laut den Autoren an der Ausgestaltung in den Regionen und an den Entscheidungen der Länder.

Quelle:
bibliomedmanager.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.