GKV-Ausgaben 2027 auf 378,1 Milliarden Euro geschätzt
Der Schätzerkreis erwartet für 2027 einen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent und damit stabile Beiträge. Die Krankenkassen bleiben jedoch verhalten, weil eine geplante Standortklausel zusätzliche Ausgaben von bis zu 1,3 Milliarden Euro verursachen könnte…
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Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben 2027 voraussichtlich stabil, obwohl die Ausgaben weiter steigen. Für Beitragszahler und Arbeitgeber ist das eine gute Nachricht, die Finanzlage der Kassen bleibt jedoch angespannt. Anders als im Vorjahr einigten sich die Fachleute bei den Ausgaben einvernehmlich.
Die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen steigen 2027 um drei Prozent auf 378,1 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr wird ein Anstieg von sieben Prozent erwartet. Für den Gesundheitsfonds werden Einnahmen von 320,7 Milliarden Euro erwartet, darin enthalten ist der neue Bundeszuschuss von 13,15 Milliarden Euro.
Im Vorjahr hatten das BMG und das BAS die Ausgaben auf 369 Milliarden Euro geschätzt, der GKV-Spitzenverband auf 369,5 Milliarden Euro. Der Zusatzbeitragssatz stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent, den bislang höchsten Stand. Tatsächlich erheben die Kassen im Schnitt 3,13 Prozent.
Um die Entwicklung abzufedern, hatte das Bundesgesundheitsministerium das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erarbeitet, das Bundestag und Bundesrat am 10. Juli verabschiedeten. Gestern sollte der Bundestag im Rahmen der Notfallreform einige Korrekturen am 18,8 Milliarden Euro schweren Sparpaket beschließen.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) betont, dass die Finanzlage der Krankenkassen trotz Reform angespannt bleibt. Die Opposition sieht keinen Grund zum Jubeln, die Linke spricht von einer Mogelpackung. Die Kassenvertreter verweisen auf die Standortklausel für Pharmaunternehmen, die zusätzliche Ausgaben von bis zu 1,3 Milliarden Euro verursachen könnte.
Das BMG legt den Zusatzbeitrag für 2027 fest und veröffentlicht ihn bis zum 1. November 2026 im Bundesanzeiger. Kassenvertreter fordern weitere Strukturreformen, um die Finanzierung dauerhaft zu sichern.
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