Krankenhäuser und Leistungserbringer gelten als wichtigste Akteure für mehr Resilienz

Für die Studienreihe „Future of Health“ befragte die Unternehmensberatung Roland Berger 486 Personen, von denen keiner sein Gesundheitssystem für vollständig auf geopolitische Störungen vorbereitet hält…

21. Oktober 2026
  • Ökonomie

81 Prozent der Befragten erwarten, dass Resilienz für Gesundheitssysteme an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig bewerten sie die Vorbereitung auf die größten Herausforderungen besonders kritisch.

Die Befragung ist die achte Ausgabe der Roland-Berger-Studienreihe „Future of Health“ mit 486 Personen aus Politik, Gesundheitsversorgung, Kostenträgern sowie Pharma- und Medizintechnikunternehmen. In Deutschland erwarten 86 Prozent eine wachsende Bedeutung der Resilienz, in der Schweiz 79 Prozent und in Japan 60 Prozent.

Kein Befragter hält sein Gesundheitssystem für vollständig auf geopolitisch bedingte Störungen vorbereitet. Besonders skeptisch beurteilen Deutschland und Japan die Vorbereitung auf den Fachkräftemangel. Für die Krisenvorsorge sprechen sich 60 Prozent überwiegend für öffentliche Institutionen aus.

Als wichtigste Akteure für mehr Resilienz nennen die Befragten Krankenhäuser und andere Leistungserbringer mit 62 Prozent, gefolgt von nationalen Regierungen mit 59 Prozent.

Als größte Hindernisse nennen 54 Prozent Budgetbeschränkungen, 47 Prozent regulatorische oder politische Hindernisse, 41 Prozent fehlende Anreize für Resilienzinvestitionen und 37 Prozent mangelnde Ressourcen. Eine Arbeitsgruppe sieht ein grundlegendes Problem in den Vergütungssystemen. Diese honorieren vor allem erbrachte Leistungen und Auslastung, Reservekapazitäten fänden dagegen wirtschaftlich kaum Berücksichtigung.

Für Deutschland hebt die Umfrage die Folgen des demografischen Wandels hervor. Rund 23 Prozent der Bevölkerung sind mindestens 65 Jahre alt. Als notwendige Reaktionen nennt die Untersuchung gesetzliche Maßnahmen zur Stärkung der Pflege und zur Fachkräfteeinwanderung sowie Investitionen in die Krankenhausdigitalisierung.

Thilo Kaltenbach, Senior Partner bei Roland Berger, warnt: Wer Reservekapazitäten, sichere Lieferketten und digitale Frühwarnsysteme erst aufbaut, wenn die Versorgung unter Druck steht, handelt zu spät. Resilienz müsse im Alltag verankert, klar finanziert und eindeutig verantwortet werden.

Quelle:
aerzteblatt.de

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