Leihkräfte besetzen neun Prozent der Stellen in hessischen Akutkliniken

Kliniken in Hessen greifen zur Leiharbeit, um Personallücken zu schließen, tragen die Kosten über dem Tariflohn aber selbst. Die Krankenhausgesellschaften fordern eine gesetzliche Obergrenze für Verleihgebühren, der Bund hat das bisher abgelehnt…

22. Oktober 2026
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Leiharbeit ist für viele hessische Kliniken unverzichtbar und zugleich teuer. „Es gibt kein Krankenhaus, das ohne Leiharbeit funktioniert“, sagt Stefan Röhrhoff von Verdi Hessen.

Laut Gesundheitsministerium nutzt rund die Hälfte der hessischen Krankenhäuser Leiharbeit dauerhaft oder gelegentlich. In Akutkrankenhäusern waren zuletzt neun Prozent aller Stellen mit Leihkräften besetzt. Laut Verdi ist der Bedarf in der Pflege am Bett und in den Operationssälen besonders groß.

Steffen Gramminger von der Hessischen Krankenhausgesellschaft nennt kurzfristige Personalengpässe und Krankheitswellen als Gründe. Leihkräfte könnten helfen, Personalvorgaben einzuhalten, ohne Betten zu sperren.

Die Krankenkassen erstatten Leiharbeit nur bis zur Höhe des Tariflohns, alles darüber tragen die Kliniken selbst. Dazu kommen Verleihgebühren. Ab 2027 wird zudem das Pflegebudget gedeckelt.

Für Pflegekräfte bietet Leiharbeit laut Röhrhoff mehr Einfluss auf Arbeitszeit und Einsatzort sowie ein höheres Einkommen. Eine stichprobenartige Befragung von Verdi Hessen ergab bis zu 500 Euro mehr im Monat, in Einzelfällen bis zu 1000 Euro.

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass häufige Personalwechsel die Kontinuität der Versorgung erschweren und für das Stammpersonal Einarbeitungsaufwand bedeuten können. Mitte 2025 gab es in Hessen laut Bundesagentur für Arbeit rund 2400 Leihkräfte in Pflegeberufen. Gramminger zufolge war das etwa ein Viertel weniger als 2023.

Röhrhoff erwartet mehr Leiharbeit, falls Einsparungen bei der Refinanzierung von Personalkosten zu Stellenabbau führen. Gramminger betont: „Unser Ziel bleibt ein stabiles eigenes Team auf jeder Station.“

Quelle:
kma-online.de

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