DGOU-Studie belegt 58 Prozent mehr Schwerverletzte durch Messerstiche
Die Zahl der Schwerverletzten durch Messerstiche ist laut DGOU-Studie zwischen 2013 und 2024 um 58 Prozent gestiegen. Doch nicht alle Kliniken sind gleich gut auf die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten vorbereitet. Für Ärztinnen und Ärzte ist es schwer, dafür eine Routine aufzubauen…
- QM
Schwere Stichverletzungen nehmen zu und den Kliniken fällt es schwer, für solche Fälle Routine aufzubauen. Die Autoren der DGOU-Studie sprechen sich dafür aus, Schwerverletzte wegen der schnell benötigten chirurgischen Blutstillung auch in kleineren Kliniken zu versorgen.
Die Studie wertete Daten von bis zu 633 Krankenhäusern aus den Jahren 2013 bis 2024 aus. Die Zahl der Schwerverletzten mit Stichverletzungen stieg in diesem Zeitraum um 58 Prozent. Die Patienten sind überwiegend männlich und im Schnitt 34,2 Jahre alt. Im Jahr 2024 gab es 336 Patienten mit schweren Stichverletzungen.
37 Prozent der durch Stiche Schwerverletzten wurden in NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland behandelt. Im Süden waren es 27 Prozent, im Osten 20 Prozent und in der Region Nord 15,9 Prozent.
Dr. Sebastian Imach, Oberarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie in den Kliniken Köln und Mitautor der Studie, sagt, solche Ereignisse lassen sich nicht allein durch Routine trainieren. Chirurginnen und Chirurgen üben an Phantomen, Schweinen und Körperspendern. Diese Formate sind ressourcenintensiv und teuer und finden nicht unbedingt eine Gegenfinanzierung im System. 73 Prozent der Opfer müssen operiert werden.
In Südwestfalen ist Siegen mit dem Jung Stilling Krankenhaus das einzige überregionale Traumazentrum. Patienten aus dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis werden immer mal wieder nach Dortmund, Bochum oder Münster gebracht. Hubschrauber können jedoch nicht bei jedem Wetter fliegen und aktuell auch regelhaft nachts nicht.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 verzeichnet 0,8 Prozent mehr Messerangriffe als 2024. Imach betont, man müsse Wissen in die Breite bringen.
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