Charité und Uniklinik Mainz testen Messenger für den Klinikalltag

Die gematik will mit dem TI-Messenger einen sicheren, herstellerübergreifenden Chat für das Gesundheitswesen etablieren, doch die ursprünglich zur Jahresmitte angedachte Einführung ist nicht zu halten…

26. Oktober 2026
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Der TI-Messenger soll Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Berufsgruppen sicher und datenschutzkonform vernetzen. Bisherige Wege wie Fax, E-Mail, Telefon oder nicht dafür vorgesehene Messenger-Apps sind oft ungeeignet, insbesondere bei Patientendaten. Den Auftrag erhielt die gematik 2021 durch das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz.

Im Mittelpunkt steht die Interoperabilität. Rund ein halbes Dutzend privater Hersteller, darunter Akquinet, Arvato, CGM, Famedly, m.Doc und die Telekom, befinden sich im Zulassungsverfahren. Ihre Messenger sollen über einen Verzeichnisdienst herstellerübergreifend kommunizieren. Als Protokoll sieht die gematik das frei nutzbare Matrix-Protokoll vor.

Der Verzeichnisdienst soll Arztpraxen mit den Namen ihrer Ärzte listen. Für Krankenhäuser ist die Eintragung noch offen, weil dort tätige Ärzte oft keinen eHBA besitzen. Hier liegt die Hoffnung auf digitalen Identitäten im Gesundheitswesen.

Die ursprünglich zur Jahresmitte angedachte Einführung ist nicht zu halten. Gematik-Produktmanagerin Franziska Faust rät zu realistischen Erwartungen. Ziel sei zunächst, den TI-Messenger im Markt zu etablieren. Akquinet plant die Einführung im Herbst 2023.

An der Charité Berlin testen rund 500 Mitarbeitende den Messenger von Famedly im Pilotbetrieb. Davon sind vielleicht ein Drittel Ärztinnen und Ärzte. Die Universitätsmedizin Mainz nutzt den UMessenger, den rund 2.000 von mehr als 7.000 Beschäftigten verwenden. Beide Häuser haben im Umgang mit dem Sicherheitsschlüssel Herausforderungen festgestellt.

Die Hersteller planen Zusatzfunktionen wie Videotelefonie und Chatbots. Die Integration in Praxisverwaltungs- und Krankenhausinformationssysteme ist rechtlich nicht festgelegt. Die gematik plant weitere Ausbaustufen, die später die Kommunikation mit Patienten und Videosprechstunden einschließen sollen.

Quelle:
aerzteblatt.de

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