Hausärzte in Sachsen-Anhalt warnen Merz vor ungeklärten Personalfragen in der Notfallreform
Der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt warnt Friedrich Merz in einem offenen Brief vor ungeklärten Personalfragen in der Notfallreform, weil neue Strukturen nur die knappe Arztarbeitszeit neu verteilen…
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Die Notfallreform des Bundes sieht neue Aufgaben vor, doch ungeklärt bleibt, wer sie erbringen soll. Die Hausärzte in Sachsen-Anhalt sehen darin ein zentrales Problem der jüngst vom Bundestag verabschiedeten Reform. Ihr Vorsitzender Torsten Kudela schreibt, neue Strukturen schafften keine zusätzlichen Ärzte, sondern verteilten die knappe Arztarbeitszeit neu.
Die Reform sieht eine rund um die Uhr verfügbare telefonische oder videounterstützte Versorgung für Akutfälle vor, bei Bedarf auch vor Ort. Integrierte Notfallzentren an Kliniken sollen Patientinnen und Patienten nach einer Ersteinschätzung weiterleiten, etwa in eine Kooperationspraxis. Ziel ist die Entlastung der Notaufnahmen.
Dem Schreiben zufolge vermisst der Verband die oft versprochene Entlastung von Bürokratie und unnötiger Arbeit. Außerdem fehlt ihm der Wille des Gesetzgebers, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu heben.
Bereits im April warnte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt, Doppelstrukturen würden Personal binden, das nicht vorhanden ist. Das Land kämpft seit Jahren mit fehlendem ärztlichem Nachwuchs. Die KV rechnete im vergangenen Jahr damit, dass bis 2030 etwa ein Drittel der Mediziner in den Ruhestand geht.
Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss warteten zuletzt im Schnitt 86 Wochen auf ihre Anerkennung.
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