Krankenhausreform braucht den Blick auf die Versorgung in den Regionen

Gesundheitsreformen müssen sich an der Versorgung vor Ort messen lassen, fordert Richard Borgmann. Rural Proofing und Gleichwertigkeits-Check können helfen, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen…

27. Oktober 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Die Ziele der Krankenhausreform und der Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung sind nachvollziehbar. Entscheidend ist aber, wie sie die Versorgung in den Regionen verändern. Richard Borgmann, früher Bürgermeister von Lüdinghausen, fordert eine Prüfung der regionalen Folgen.

Zwischen 1991 und 2024 sank die Zahl der Krankenhäuser von 2.411 auf 1.841, ein Rückgang von rund 24 Prozent. 2024 wurden rund 17,5 Millionen stationäre Fälle registriert, 9,6 % weniger als vor der Pandemie. Das belegt einen tiefgreifenden Strukturwandel, aber nicht automatisch eine schlechtere Versorgung.

Kooperationen können Kompetenzen bündeln, sind aber kein Beleg für bessere Versorgung. Der Träger der Christopherus Kliniken in Coesfeld, Dülmen und Nottuln hat gegen eine Entscheidung der Landesplanung geklagt. Die Vestischen Caritas-Kliniken in Datteln führen Gespräche über einen möglichen gemeinsamen Klinikverbund mit der Christopherus Trägerschaft.

Der Bundestag hat die Reform der Notfallversorgung beschlossen. Integrierte Notfallzentren an ausgewählten Krankenhäusern sollen die Rufnummern 112 und 116117 vernetzen und Patienten in die geeignete Versorgung vermitteln. Ein pauschales Abweisen schreibt die Reform nicht vor. Die Länder müssen deshalb rechtzeitig klären, wie die Versorgung außerhalb der ausgewählten Standorte funktioniert.

Borgmann spricht sich dafür aus, Rural Proofing und den Gleichwertigkeits-Check als festen Teil guter Gesetzgebung zu verankern. Vor Verlagerungen sollen Erreichbarkeit, Notfallversorgung und ambulante Alternativen geprüft werden, auch für ältere Menschen und Menschen ohne Auto. Eine kurzfristig günstigere Struktur kann langfristig höhere Kosten verursachen.

Kommunen brauchen frühzeitige Beteiligung und Zugang zu Planungsdaten. Eine Gesundheitsreform bewährt sich, wenn Menschen verlässlich versorgt werden und Hilfe erreichbar bleibt.

Quelle:
daskrankenhaus.de

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