Zi-Zwischenbericht verdeutlicht eine spürbare Entlastung für Praxen dank Physician Assistants
Physician Assistants (PA) entlasten Praxen laut KV Nordrhein in hohem Maße, doch ohne eigene EBM-Ziffern für PA-Leistungen bleibt ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit ungeklärt…
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Der Zi-Zwischenbericht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) liefert belastbare Aussagen aus dem Praxisalltag. Der PA-Einsatz funktioniert in der ambulanten Versorgung, für Patienten ebenso wie für Praxen.
Die KV Nordrhein erprobt seit 2025 die Integration von Physician Assistants in die ambulante Vertragsarztversorgung. An dem Modellprojekt nehmen 16 Praxen mit 32 Ärztinnen und Ärzten aus sechs Fachgebieten teil. Praxen mit etablierten PA berichten von spürbarer ärztlicher Entlastung und würden die Anstellung uneingeschränkt weiterempfehlen.
Bei 98 Prozent der Befragten wurden die Erwartungen vollständig erfüllt, obwohl die PA-Behandlung für 76 Prozent erstmalig war. Als zentraler Mehrwert gilt die Zeit. 68 Prozent der Patienten nahmen eine intensivere Zeitgestaltung wahr, 64 Prozent eine schnellere Terminvergabe und 53 Prozent verringerte Wartezeiten in den Praxisräumen.
In 45,3 Prozent der Termine agierte die PA vollständig eigenständig, in 28,5 Prozent war die Ärztin oder der Arzt kurz eingebunden, überwiegend zur Rezeptausstellung oder Therapieentscheidung. Die ärztliche Fallverantwortung blieb in allen Fällen bestehen.
Als Zusatznutzen gegenüber medizinischen Fachangestellten (MFA) gelten höhere klinische Qualifikation, sicherere Triage und ein breiteres Delegationsspektrum.
Der Handlungsdruck wächst vor allem in der hausärztlichen Versorgung. In Nordrhein sind bereits heute mehr als 400 hausärztliche Zulassungen unbesetzt, bis 2034 scheidet mehr als ein Drittel der heute tätigen Hausärztinnen und Hausärzte aus dem Berufsleben aus.
Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein, hält teambasierte Modelle mit klar geregeltem Delegationsrahmen deshalb für ein systemisches Erfordernis. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, fordert einen rechtssicheren Vergütungsrahmen, weil eigenständige EBM-Ziffern für PA-Leistungen fehlen.
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