Schöller-Preis 2026: Zweistufiges Messverfahren erkennt Alzheimer-Veränderungen zuverlässiger

Univ.-Prof. Dr. Markus Otto erhält den Theo und Friedl Schöller-Preis 2026 für Forschung. Er stellte heraus, dass erhöhte p-Tau-Werte im Blut auch bei ALS-Patienten auftreten und die Aussagekraft der Biomarker für Alzheimer einschränken…

30. Oktober 2026
  • Medizin
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Die Universitätsmedizin Halle zeigt mit einer internationalen Studie, dass Alzheimer-Bluttests bei der Früherkennung nur begrenzt verlässlich sind. Dafür erhält Univ.-Prof. Dr. Markus Otto den Theo und Friedl Schöller-Preis 2026. Die ersten Bluttests sind bereits auf dem Markt.

Bestimmte p-Tau-Proteine sind auch bei Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) im Blut erhöht. Bei ALS scheint die Skelettmuskulatur eine bislang unterschätzte Quelle dieser Proteine zu sein. Erhöhte Werte von p-Tau 181 und p-Tau 217 bedeuten deshalb nicht automatisch Alzheimer.

Markus Otto leitet die Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er nahm den Preis stellvertretend für das 24-köpfige Forschungsteam beim Schöller-Symposium in Nürnberg entgegen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ist die höchstdotierte Auszeichnung in der Altersmedizin in Deutschland.

Thomas Hillemacher, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats, weist darauf hin, dass Testergebnisse korrekt interpretiert werden müssen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Rainer Hattenberger vom Stiftungsvorstand der Schöller-Stiftungen erinnert daran, dass Demenz eine Volkskrankheit ist, und mahnt angesichts der Daten aus Halle zur Vorsicht.

Otto hält die Tests für gut, aber noch nicht gut genug, um Alzheimer zweifelsfrei frühzeitig festzustellen. Bis sich die Verfahren verfeinern, sollte man ergänzend auf Verlaufsmessungen und bewährte Verfahren wie die Liquordiagnostik setzen.

In einer Folgestudie mit 315 Teilnehmenden zeigte das Team, dass sich Tau-Formen aus dem Gehirn von solchen aus anderen Geweben unterscheiden lassen. Ein neu entwickeltes zweistufiges Messverfahren erkannte Alzheimer-typische Veränderungen zuverlässiger und vermied in der untersuchten Gruppe falsch-positive Ergebnisse bei ALS-Patienten. Vor dem Einsatz in der Praxis muss es in größeren Studien überprüft werden.

Quelle:
klinikum-nuernberg.de

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