FOMF Medical Circle: Ärzte sollen KI-Ergebnisse kritisch prüfen und einordnen
Beim FOMF Medical Circle in Berlin betonten Fachleute, dass Ärztinnen und Ärzte KI-Ergebnisse kritisch bewerten und Therapieentscheidungen verantworten müssen, auch wenn KI den Entscheidungsprozess unterstützen kann…
- Data und KI
- Personal
- QM
Ärztinnen und Ärzte brauchen neben medizinischer Expertise Datenkompetenz, um KI-Systeme zu nutzen und Therapieentscheidungen zu verantworten. Das betonten Fachleute aus Medizin, Klinik, Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft beim ersten FOMF Medical Circle am 30. September 2026 in Berlin.
Die Ergebnisse digitaler Systeme müssen Ärzte in den klinischen Kontext einordnen. Prof. Dr. med. Kai Wehkamp, Professor für angewandte KI in der Medizin an der MSH Medical School Hamburg, betont, dass KI den Entscheidungsprozess unterstützen kann, die menschliche Prüfung aber unverzichtbar bleibt. Nur wer über ausreichendes medizinisches Wissen verfügt, kann digitale Systeme sinnvoll nutzen.
Wer digitale Anwendungen nutzt, muss deren Quellen, Funktionsweise und Grenzen verstehen sowie die Qualität von Patientendaten beurteilen können. Laut Veranstalter wurde das KI-gestützte Informationssystem Eviplex, eine Ausgründung von FOMF, unter Berücksichtigung der Anforderungen des § 203 StGB für ärztliche Berufsgeheimnisträger entwickelt.
Der retrospektive Einsatz von KI-Systemen zur nachträglichen Analyse von Behandlungsverläufen und -entscheidungen könne laut den Teilnehmenden helfen, aus Versorgungsdaten zu lernen, Therapieprozesse zu reflektieren und Abweichungen sichtbar zu machen. So könne KI ärztliche Teams unterstützen, ohne in laufende Behandlungsentscheidungen einzugreifen. Voraussetzung seien verlässliche, strukturierte und rechtssicher nutzbare Daten.
Zentrale Zukunftsaufgabe ist es, medizinisches Personal fort- und weiterzubilden, damit es digitale Systeme und KI kompetent beurteilen kann. Dr. med. Wafa Enayati, Co-CEO und Mitgründer von FOMF, beschreibt die Aufgabe des Unternehmens darin, medizinisches Wissen zugänglich, aktuell und anwendbar zu machen.
Ärztliche Erfahrungen können medizinische Erkenntnisse erweitern. Dafür müssten sie systematisch erfasst und wissenschaftlich nutzbar werden. Nötig seien dafür geeignete Strukturen, Standards und Verfahren sowie Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.