Universitätsmedizin Mainz baut Clinical Data Repository für die Patientenversorgung
Die Universitätsmedizin Mainz baut mit einem europäischen Konsortium eine offene Datenplattform auf, die auch bei Ausfall eines Primärsystems den lesenden Zugriff auf essenzielle Behandlungsdaten erhalten soll…
- Digitale Klinik
Die Universitätsmedizin Mainz (UM) will ihre verstreuten Klinikdaten unabhängig von einzelnen Herstellern nutzbar machen. Das Clinical Data Repository UM.Core soll neben der Forschung ausdrücklich der Patientenversorgung dienen. Laut Klinikum und X-Tention zählt Mainz damit zu den ersten Universitätskliniken in Deutschland.
Die UM umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen und versorgt jährlich rund 395.000 Menschen stationär und ambulant. Die über Jahre gewachsene IT speichert Patientendaten in Primär- und Fachsystemen mit eigener Datenhaltung, deren Vernetzung immer aufwendiger wird.
UM.Core ist Teil des Zukunftsprogramms UM.Digital. Die Plattform führt Daten aus den Quellsystemen nahezu in Echtzeit zusammen, bereitet sie strukturiert auf und zeigt sie zentral an. Laut den Partnern reduziert das Suchaufwände, verbessert Entscheidungsgrundlagen und stärkt die Patientensicherheit, auch die Forschung soll profitieren.
Die Daten bleiben im Patientendatenmanagementsystem Copra, liegen zusätzlich im Standard OpenEHR vor, der auf lebenslange Datenhaltung ausgelegt ist, und werden per FHIR übermittelt. Laut X-Tention lassen sich Systeme ohne aufwendige Datenmigration wechseln. Fällt ein Primärsystem aus, soll der lesende Zugriff auf essenzielle Behandlungsdaten erhalten bleiben.
X-Tention betreibt das CDR als Managed Service in einer zertifizierten Private Health Cloud. Better liefert die Datenhaltung, Tieto Caretech die klinischen Sichten, und Mach|Orchestra integriert die Datenströme. Die UM verantwortet Projektsteuerung und klinische Validierung selbst.
Stefan Smers, Leiter des Geschäftsbereichs IT, sieht darin ein Betriebsmodell, mit dem sich der IT-Bereich dem wachsenden Wettbewerb um Fachkräfte stellt. Herbert Stöger, Gründer und Geschäftsführer von X-Tention, hält den Schritt für wegweisend für die gesamte Krankenhauslandschaft.
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