Ärztekammer Schleswig-Holstein sieht Gefahr für Fachkräfte in kleinen Kliniken
Neumünster, Rendsburg, Heide und Itzehoe werden ab dem 1. Januar 2027 Maximalversorger. Mehr Geld gibt es durch die Reform nicht, die prekäre Lage vieler Kliniken bleibt bestehen…
- Personal
- Politik
- Ökonomie
Die Krankenhausreform soll ab dem 1. Januar 2027 hochspezialisierte Leistungen an ausgewählten Standorten bündeln. Die Ärztekammer und die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) halten diese Struktur für sinnvoll. Mehr Geld gibt es durch die Reform nicht.
Die Kliniken in Neumünster, Rendsburg, Heide und Itzehoe steigen zu Maximalversorgern auf, der höchsten Versorgungsstufe. Bislang haben diesen Status nur die UKSH-Standorte in Kiel und Lübeck. Flensburg und Pinneberg könnten in den kommenden Jahren folgen.
Laut KGSH-Geschäftsführer Patrick Reimund kommt es bei schweren Notfällen wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten auf das nächstgeeignete Krankenhaus an, auch wenn es weiter entfernt liegt. Nicht jeder kleinere Standort brauche ein umfassendes Angebot.
Das Gesundheitsministerium sieht keine grundlegenden Veränderungen im Vergleich zum Status quo. Die Einstufung sei vorläufig, das Verfahren zur Zuteilung der Leistungsgruppen noch nicht abgeschlossen.
Dr. Georg Hillebrand, ärztlicher Direktor des Klinikums Itzehoe, erwartet keine Veränderungen im Behandlungsangebot. Chefärztin Dr. Silke Riechardt verweist auf einen Operationssaal für urologische Eingriffe auf der Station. Nach ihren Angaben kommen Patientinnen und Patienten aus einem großen Einzugsgebiet, auch über die Landesgrenzen hinaus.
Ärztekammer-Präsident Dr. Henrik Herrmann warnt vor der Entlassung spezialisierter Fachkräfte in kleineren Kliniken wie Brunsbüttel oder Bad Oldesloe, falls dort Abteilungen oder Häuser schließen. Ob diese Kräfte an den spezialisierten Kliniken landen, sei fraglich. Falls die Umzüge scheitern, drohe dort Personalmangel.
Laut KGSH bleibt die Unterfinanzierung bestehen. 70 Prozent der Kliniken schreiben rote Zahlen, ein Drittel ist insolvenzbedroht. Das Beitragsstabilisierungsgesetz, das in diesem Sommer in Kraft trat, habe die Lage verschärft. Reimund fordert von der Bundesregierung Konzepte zur Finanzierung.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.