Ärzteverband MEDI: Elektronische Patientenakte (ePA) verfehlt Versprechen nach einem Jahr
MEDI GENO Deutschland zieht nach einem Jahr verpflichtender ePA eine kritische Bilanz. Technische Probleme, Mehraufwand und ungeklärte Datenschutzfragen prägen den Praxisalltag…
- Digitale Klinik
- Politik
Ein Jahr nach dem verpflichtenden Start der elektronischen Patientenakte (ePA) fordert der fachübergreifende Ärzteverband MEDI GENO Deutschland dringend Nachbesserungen. Das politische Versprechen, die ambulante Versorgung einfacher, sicherer und effizienter zu gestalten, sieht der Verband als bislang nicht eingelöst.
Erfahrungen aus den Praxen zeigen technische Probleme, zusätzlichen Arbeitsaufwand und weiterhin offene Fragen zum Datenschutz. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung bleibe verhalten. Verbandsvorsitzender Norbert Smetak kritisiert, die ePA koste im Alltag Zeit, statt sie zu sparen.
Besonders scharf fällt die Kritik an der ärztlichen Schweigepflicht aus. MEDI GENO fordert eine lückenlose Klärung, wie mit sensiblen Gesundheitsdaten umgegangen wird, wenn Akteure wie Apotheken oder künftig Krankenkassen Zugriff erhalten. Stellvertretender Vorsitzender Christian Messer betont, die Schweigepflicht sei keine technische Einstellung, sondern Grundlage des Arzt-Patienten-Vertrauens. Ungeklärt bleibe, wer bei Missbrauch die Verantwortung trägt.
Zusätzlich warnt der Verband vor dem Gesetzentwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts. Demnach sollen Ärztinnen und Ärzte anders als Rechtsanwälte oder Geistliche nicht in gleicher Weise absolut vor Überwachungsmaßnahmen geschützt werden.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.