Agaplesion pilotiert KI-Tools in Radiologie, Notaufnahme und Dokumentation

Agaplesion baut sein konzernweites KI-Programm systematisch aus, mit Fokus auf medizinische Prozesse, zentraler Steuerung und mehreren laufenden Pilotprojekten…

17. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Agaplesion baut sein konzernweites KI-Programm systematisch aus. Der Fokus liegt auf medizinischen Prozessen, zentraler Steuerung und mehreren laufenden Pilotprojekten.

Knapp ein Jahr nach Gründung des einrichtungsübergreifenden Zentralen Dienstes KI zieht Agaplesion eine erste Bilanz. Fabian Lechner, Leiter des Zentralen Dienstes, verzeichnete ein deutlich gestiegenes Interesse aus den Häusern und Abteilungen des Konzerns. Der zunehmende Druck durch knappe Finanzierungsrahmen und Personalengpässe schaffe eine starke intrinsische Motivation zur Veränderung – die Bereitschaft zur Mitwirkung müsse heute nicht mehr erst geweckt werden, sie sei bereits vorhanden.

Der Zentrale Dienst steuert die KI-Einführung konzernweit. Tools werden zunächst pilotiert und bei Erfolg über einen Rahmenvertrag konzernweit angeboten. Kliniken können beitreten, sind bei bestimmten Anwendungen jedoch an das pilotierte Tool gebunden. Das Ziel besteht in einer kontrollierten, IT-seitig beherrschbaren Anwendungslandschaft.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf medizinischen Prozessen: Arztbriefgenerierung, Aufenthaltsprognose, automatische Dokumentation, radiologische Befundung und Optimierung der Notaufnahme. Parallel dazu laufen an verschiedenen Standorten vier Piloten für die Dokumentation: myScribe in Rotenburg, Corti in Frankfurt, Dragon Copilot in Kassel und IDM in Bergedorf. Auf der Pflegeseite wird Voize in mehreren Häusern eingeführt und durch eine Sturz- und Dekubitusüberwachung ergänzt.

Microsoft Copilot befindet sich im Rollout: Es werden 300 Lizenzen zu je 1.300 Euro für drei Jahre bereitgestellt. Nach zwei Monaten werden ungenutzte Lizenzen entzogen, was zu Konflikten mit dem Betriebsrat führte, da dieser eine Arbeitsüberwachung befürchtete.

Aus einem internen Start-up-Wettbewerb namens „Agathon” ging Prismedi hervor. Prismedi ist eine Echtzeit-Fallprüfung für die Notaufnahme und wurde mittlerweile als eigenständiges Unternehmen ausgegründet. Agaplesion stellt Daten, Räume und Infrastruktur bereit.

Offen benannte Herausforderungen: Akzeptanzprobleme, fehlende KIS-Schnittstellen und unklare Zuständigkeiten. Letzteres wird seit April durch eine engere Vernetzung des Business-Intelligence-Teams mit dem Zentralen Dienst KI adressiert.

Quelle:
e-health-com.de

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