Notfallversorgung: Zi-Studie dokumentiert Rückgang auf 13 Millionen Fälle und wachsenden Druck auf Klinik-Notaufnahmen

Zwischen 2015 und 2024 sank die Zahl ambulant versorgter Notfälle außerhalb der Sprechstundenzeiten von 13,5 auf 13 Millionen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst bleibt mit 50,3 Prozent die tragende Säule…

17. Juli 2026
  • Ökonomie

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) dokumentiert für den Zeitraum 2015 bis 2024 einen Rückgang ambulanter Notfälle außerhalb der Sprechstundenzeiten um knapp vier Prozent, von 13,5 auf 13 Millionen Fälle.

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) verzeichnete einen Rückgang von 7,2 auf 6,5 Millionen Fälle (minus 9,2 Prozent). Die Notaufnahmen der Kliniken stiegen dagegen von 6,2 auf 6,5 Millionen (plus 2,6 Prozent). Mit einem Anteil von 50,3 Prozent trägt der ÄBD im Jahr 2024 weiterhin mehr als die Hälfte der ambulanten Notfallversorgung außerhalb regulärer Praxiszeiten.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Ostdeutsche Bundesländer weisen pro Kopf durchgehend geringere Fallzahlen auf als westliche Regionen. Für den ÄBD besteht ein stabiles West-Ost-Gefälle, die Notaufnahmen zeigen heterogenere Muster. In 145 Kreisen (36 Prozent) sank die Inanspruchnahme beider Versorgungsebenen, in 151 Kreisen (38 Prozent) verlagerte sie sich zulasten der Notaufnahmen, in 79 Kreisen (20 Prozent) zulasten des ÄBD. Verlagerungen betrafen überwiegend ländlich strukturierte Kreise.

Nach stabilem Niveau bis 2019 brachen die Fallzahlen 2020 und 2021 pandemiebedingt ein und näherten sich danach wieder dem Vorkrisenniveau an. Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried warnte, ein struktureller Rückgang beim ÄBD würde den Zielen der Notfallreform entgegenlaufen. Als Ursachen für regionale Unterschiede nennt er unterschiedliche Versorgungsangebote, die Bekanntheit der Rufnummer 116117 sowie Unterschiede in Gesundheitskompetenz und Patientensouveränität. Grundlage sind Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V der Jahre 2015 bis 2024.

Quelle:
zi.de

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