Ambulantisierung in der Kardiologie verlangt neue Netzwerke statt Konkurrenzdenken
Kardiologe Mattias Roser erklärt, warum Ambulantisierung in der Kardiologie neue Prozesse und verbindliche Netzwerke zwischen Kliniken und ambulanten Zentren erfordert…
- Ökonomie
Krankenhäuser und ambulante Zentren müssen in der Kardiologie künftig als Netzwerk zusammenarbeiten. Das ist die zentrale Forderung von Mattias Roser, Gründer des Cardiologischen Centrums Nürnberg, im f&w-Klinikpodcast. Derzeit scheitere eine solche Zusammenarbeit häufig an fehlenden Strukturen und unzureichendem digitalem Datenaustausch.
Roser warnt davor, die Ambulantisierung als Konkurrenzkampf zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Leistungserbringern zu verstehen. Er definiert sie als Behandlungsform, nicht als Frage des Einrichtungsträgers. Auch Krankenhäuser müssten sich beteiligen, dafür jedoch eigenständige Prozesse entwickeln. Stationäre Abläufe lediglich zu verkürzen, reiche nicht aus. Vorbereitung, Eingriff und Nachbetreuung müssten konsequent auf ambulante Versorgung ausgerichtet sein.
Ob ein Eingriff ambulant erfolgen kann, hängt laut Roser nicht allein von der Prozedur ab. Lebensalter, Begleiterkrankungen und die häusliche Versorgungssituation können auch bei medizinisch weniger komplexen Eingriffen für eine stationäre Behandlung sprechen. Umgekehrt seien bei geeigneten Patienten auch anspruchsvollere Eingriffe ambulant möglich.
Krankenhäuser bleiben für komplexe Fälle, Notfälle und die dafür notwendige Infrastruktur verantwortlich. Für die künftige Versorgung stellt Roser die Frage in den Vordergrund, wo der Patient im Netzwerk am besten aufgehoben ist.
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