Ameos weiterhin unter Druck: IT-Systeme nach Hackerangriff nur eingeschränkt funktionsfähig

Ein gezielter Hackerangriff hat die digitale Infrastruktur des Klinikverbunds Ameos lahmgelegt. Zehn Tage nach dem Vorfall sind zentrale Systeme weiter gestört. Die Versorgung der Patient:innen konnte aufrechterhalten werden, aber die Auswirkungen reichen weit über den Konzern hinaus. In Notaufnahmen anderer Häuser stieg das Patientenaufkommen spürbar. Ein Vorfall mit Signalwirkung für die gesamte Branche.

22. Juli 2025
  • IT


Die Ameos Gruppe kämpft mehr als zehn Tage nach einem gezielten Hackerangriff weiterhin mit erheblichen IT-Störungen. Betroffen sind sämtliche deutschen Einrichtungen des Klinikverbunds. Die digitale Infrastruktur wurde schwer beschädigt und befindet sich aktuell in der Phase der Wiederherstellung und Absicherung. Nach Angaben des Unternehmens war die Patient:innenversorgung trotz der technischen Probleme durchgehend gewährleistet.

Ameos zählt zu den größten privaten Klinikbetreibern im deutschsprachigen Raum. Der Verbund betreibt über 100 Einrichtungen an mehr als 50 Standorten und versorgt jährlich rund eine halbe Million Patient:innen. Die Folgen des IT-Ausfalls blieben nicht auf die betroffenen Häuser beschränkt. Insbesondere in Sachsen-Anhalt kam es zu überregionalen Auswirkungen. Das Harzklinikum berichtete von einem deutlich erhöhten Aufkommen in den Notaufnahmen infolge von Ausweichbewegungen.

Parallel zu den lokalen Maßnahmen verweist das Bundesgesundheitsministerium auf ein geplantes Sofortprogramm zur Stärkung der Cybersicherheit im Gesundheitswesen. Ziel ist es, systemrelevante Einrichtungen kurzfristig mit den nötigen Ressourcen für moderne Schutzmaßnahmen auszustatten. Der Vorfall bei Ameos verdeutlicht die Dringlichkeit solcher Initiativen.

Im Zuge wachsender digitaler Vernetzung rückt die Absicherung klinischer IT-Systeme zunehmend in den Fokus. Der Fall Ameos wirkt wie ein Weckruf. Er zeigt, wie angreifbar selbst große Klinikverbünde sind und welche Kettenreaktionen ein einziger Angriff auslösen kann.

Quelle:

aerzteblatt.de


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