Angriffe in Kliniken und Praxen: NRW-Innenminister will Datenlage verbessern
NRW-Innenminister Herbert Reul fordert eine gesonderte Erfassung von Gewalt gegen Gesundheitspersonal in der Kriminalstatistik, um das Ausmaß des Problems sichtbar zu machen…
- Politik
- QM
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, fordert, Angriffe auf Beschäftigte in Krankenhäusern und Arztpraxen künftig gesondert in der polizeilichen Kriminalstatistik zu erfassen. Nur eine belastbare Datenlage schaffe das nötige Bewusstsein für Sicherheitsmängel im Gesundheitswesen.
Reul beschreibt die Lage als ernst. Aggressionen durch Patienten und Angehörige beschränkten sich längst nicht mehr auf den Rettungsdienst. Als Beispiel nennt er Fälle, in denen Clan-Mitglieder nach Vorfällen im kriminellen Milieu in Krankenhäusern behandelt werden und Angehörige daraufhin die Einrichtung gewaltsam auseinandernehmen. Eine flächendeckende Absicherung durch Sicherheitsschleusen oder Polizeipräsenz in Kliniken schließt er dennoch aus.
Als konkrete Schutzmaßnahmen nennt er Deeskalationstrainings nach dem Vorbild von Ausländerämtern sowie Alarmknöpfe, mit denen Personal die Polizei diskret und schnell alarmieren kann.
Der Vorstoß trifft auf ein zunehmendes Problem. Eine Umfrage des Deutschen Ärzteblatts ergab, dass zwei von drei Ärztinnen und Ärzten im Berufsalltag bereits Gewalterfahrungen gemacht haben. Die Bundesärztekammer hat ein digitales Meldetool angekündigt. Das Bundesjustizministerium arbeitet an einem Gesetz, das Strafen bei Übergriffen auf Heilberufler verschärfen und diese Berufsgruppe explizit im Gesetz verankern soll.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.