Antibiotikaresistenzen: Bis 2050 werden Millionen Todesfälle erwartet

Antibiotika verlieren weiter an Wirksamkeit und resistente Keime bedrohen Millionen Leben. Neue Studien warnen nun vor 40 Millionen Toten bis 2050. Kann Künstliche Intelligenz (KI) neue Lösungen liefern? …

8. September 2025
  • Data und KI
  • Medizin

Antibiotikaresistenzen entwickeln sich laut Experten zu einer der größten globalen Gefahren. Eine Studie der Fachzeitschrift „Lancet” prognostiziert für das Jahr 2050 fast 40 Millionen Todesfälle durch resistente Keime.

Bereits im Jahr 2024 starben rund 1,14 Millionen Menschen an Infektionen, die sich nicht mehr mit gängigen Antibiotika behandeln ließen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, deren Todesfallzahlen seit 1990 deutlich angestiegen sind. Ursache hierfür ist, dass Bakterien durch Mutationen und den Austausch von Resistenzgenen überleben. Ein zusätzlicher Faktor ist der breite Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und in der Massentierhaltung, wodurch Resistenzen schneller entstehen.

Die Pharmaindustrie investiert jedoch kaum noch in neue Präparate, da diese wirtschaftlich wenig lukrativ sind. Deshalb setzt das Helmholtz-Institut auf Künstliche Intelligenz. Im Projekt NextAID erstellt ein lernendes System Vorschläge für neue Wirkstoffe, die multiresistente Bakterien bekämpfen sollen. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Tuberkulose. Fachleute fordern, dass Politik und Gesundheitswesen parallel handeln: verantwortungsvoller Antibiotikaeinsatz, strengere Regeln in der Tierhaltung und mehr Forschungsgelder. Nur so lassen sich die Folgen einer drohenden globalen Resistenzkrise abmildern.

Quelle:
ruhr24.de

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