Arbeitsgericht Rostock: Uni-Medizin will Kardiologen Prof. Hüseyin Ince zur Vollzeit zwingen

Das Arbeitsgericht Rostock verhandelt den Streit zwischen der Uni-Medizin Rostock und Kardiologe Prof. Ince über die Kündigung seines Berliner Nebenjob-Vertrags…

11. September 2026
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Die Uni-Medizin Rostock (UMR) beendet eine mehr als zehnjährige Kooperation mit den Berliner Vivantes-Kliniken und fordert von Kardiologie-Direktor Prof. Hüseyin Ince künftig Vollzeitpräsenz am Standort Rostock. Das Arbeitsgericht Rostock verhandelte darüber am 9. September.

Prof. Ince leitet die Kardiologische Klinik der UMR mit über 100 Mitarbeitern, arbeitete bisher jedoch nur drei Tage pro Woche in Rostock. Die übrige Zeit war er als Chefarzt an zwei kommunalen Vivantes-Kliniken in Berlin tätig. Den Kooperationsvertrag, der diese Nebenbeschäftigung ermöglichte, kündigte die UMR zum 30. September. Begründung: Die Drittmittelerlöse der Kardiologie sanken zwischen 2016 und 2024 um rund 73 Prozent, die Abteilung fiel im fakultätsinternen Ranking von Platz 5 auf Platz 28. Die Zahl klinischer Studien stieg durch die Kooperation nicht.

Das zuständige Wissenschaftsministerium stellte sich hinter die UMR-Entscheidung und betonte, Kooperationsverträge würden nach betrieblichem Interesse bewertet, nicht nach Einschätzungen einzelner Klinikdirektoren oder Medienvertreter.

Mitarbeiter von Inces Klinik wandten sich Ende Juli mit einem Bittbrief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und warnten vor spürbaren Folgen für Patienten, sollte Ince Rostock verlassen. Experten schätzen sein Jahreseinkommen aus allen drei Verträgen auf deutlich mehr als 500.000 Euro. Eine Anfrage dazu ließ Ince unbeantwortet. Die Vivantes-Kliniken sehen keinen Anlass, ihr Arbeitsverhältnis mit Ince zu ändern.

Quelle:
ndr.de

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