Arbeitsministerin Bas besucht Anti-Gewalt-Projekt: Warum Deeskalation im Krankenhaus zur Haltung werden muss

Mehr als 66 Prozent der deutschen Kliniken melden steigende Gewalt. Das BG Klinikum Duisburg setzt auf bauliche Schutzmaßnahmen, Deeskalationstraining und Traumaversorgung…

14. Juli 2026
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Verbale Attacken täglich, körperliche Übergriffe regelmäßig: Gewalt gegen Klinikmitarbeitende ist laut Deutscher Krankenhausgesellschaft kein Randphänomen. Mehr als 66 Prozent aller Kliniken berichten von einer Zunahme, besonders betroffen sind Notaufnahmen. Der DGUV wurden in den vergangenen fünf Jahren jeweils zwischen 1.300 und 1.500 gewaltbedingte Arbeitsunfälle aus Krankenhäusern gemeldet. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Das BG Klinikum Duisburg reagiert seit 2018 mit einem mehrstufigen Konzept. Baulich wurde die Notaufnahme durch Schleusen, Panzerglas und Kameras gesichert. Telefone sind mit Notrufknöpfen ausgestattet, ein speziell geschultes Notfallteam ist rund um die Uhr abrufbar. Zusätzlich stehen Trauma-Psychotherapeuten bereit, deren Angebot aufgrund hoher Nachfrage ausgebaut wurde.

Kern des Präventionsansatzes ist ein zweitägiges Deeskalationstraining, das möglichst alle Mitarbeitenden erreichen soll. Die beiden Trainerinnen Ina Schwarze und Claudia Plohmann vermitteln dabei eine zentrale Botschaft: Hinter jedem Gewaltausbruch steckt eine Not, etwa Existenzangst, Ungewissheit oder Überforderung. Mitarbeitende sollen lernen, diese Not zu erkennen, zu benennen und durch emotionale Übersetzungsarbeit zu entschärfen. Transparenz über Wartezeiten und Priorisierungsregeln kann laut Schwarze bereits viele Konflikte in der Notaufnahme verhindern.

Das Klinikum ist Teil der DGUV-Kampagne #GewaltAngehen. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Schirmherrin der Kampagne, besuchte das Haus und zeigte sich von der Präventionsarbeit überzeugt. Bundesweit bietet inzwischen gut ein Drittel der Kliniken Deeskalationstraining an.

Quelle:
gmx.net

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