Ariel Dora Stern: Deutschland nutzt KI im Gesundheitswesen noch nicht konsequent
Ariel Dora Stern sieht KI als Chance für bessere Diagnostik, gezielte Patientensteuerung und weniger Bürokratie. In Deutschland bremsen jedoch langsame Digitalisierung, Datenschutzhürden und fehlende Ausbildung der Ärzte…
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Ariel Dora Stern hält KI im Gesundheitswesen für weit mehr als ein neues Digitalwerkzeug. Die Technik kann Diagnostik, Patientensteuerung und Dokumentation verbessern. Doch Deutschland nutzt diese Chance aus ihrer Sicht bisher noch zu wenig. Stern macht dafür die langsame Digitalisierung, Datenschutzhürden und eine fehlende Ausbildung verantwortlich.
Schon heute unterstützt die Künstliche Intelligenz laut Stern Radiologie, Mammografie und ärztliche Dokumentation. Den größeren Hebel sieht sie jedoch an anderer Stelle. Algorithmen könnten Patienten früher erkennen, strukturierter befragen und gezielt zum passenden Arzt lotsen. Auch Hausärzte könnten Daten aus Diagnosen und Laborwerten mit Vergleichsprofilen abgleichen und Risiken früher erkennen.
Beim Einsatz im Alltag sieht Stern offene Haftungsfragen. Aktuell tragen Ärzte die volle Verantwortung, obwohl KI-Tools bei der Behandlung mitentscheiden. Sie hält deshalb spezielle Versicherungen für zertifizierte Systeme für denkbar. In den USA nutzen nach ihrer Darstellung bereits viele Ärzte spezialisierte KI-Angebote täglich. In Deutschland arbeiten manche Mediziner dagegen mit allgemeinen Programmen in einer Grauzone.
Stern fordert sichere Schnittstellen für Gesundheitsdaten sowie Anwendungen auf Basis der elektronischen Patientenakte. Zudem verlangt sie verpflichtende digitalmedizinische Inhalte im Studium. Als Maßstab nennt sie die USA, wo ein Gesetz ab 2009 die Kliniken mit mehr als 30 Milliarden Dollar modernisierte. Deutschland startete mit dem Krankenhauszukunftsgesetz dagegen erst im Oktober 2020. Stern zieht ein klares Fazit: Deutschland liegt elf Jahre zurück.
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