Pressemeldung

Auf dem Weg zur Palliativstation: Diakonissenkrankenhaus Leipzig geht neue Wege

Mit dem Bau einer eigenen Palliativstation und innovativen Projekten wie der digitalen Pinnwand soll die spezialisierte Versorgung verbessert und der Fokus auf die Palliativmedizin insgesamt erweitert werden

27. März 2025
  • Medizin
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Das Diakonissenkrankenhaus Leipzig plant die Errichtung einer eigenen Palliativstation und will bestehende Ressourcen weiter ausbauen. Neben der gezielten medizinischen Versorgung stehen auch Projekte im Fokus, die einen ganzheitlichen Blick auf die Palliativmedizin und die damit verbundene Lebensphase werfen. Dazu gehört eine Pinnwand in analoger und digitaler Form: Sie lädt Interessierte offen dazu ein, sich existenziellen Fragen zu stellen. Das Feedback wird vom Palliativmedizinischen Konsiliardienst des Krankenhauses ausgewertet, um die Versorgung schwerkranker Menschen weiter voranzubringen.

„Ziel der palliativmedizinischen Versorgung ist es, Patientinnen und Patienten trotz fortgeschrittener Erkrankung eine bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen. Doch was heißt das konkret? Was ist Menschen am Ende ihres Lebens wirklich wichtig? Mit unserer Pinnwand wollen wir existenzielle Wünsche und Ängste noch besser erfassen und auswerten. So ist es – wenig überraschend – ein sehr häufig genannter Wunsch, schmerzfrei und gut versorgt zu sterben. Dazu gewinnen wir neue Erkenntnisse, die weit über den medizinischen Bereich hinausgehen“, weiß Dr. Anja Mende. Die Oberärztin leitet den Fachbereich Palliativmedizin der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie des Diakonissenkrankenhauses Leipzig und hat das Projekt ins Leben gerufen. Sie freut sich sehr, dass das Angebot des interaktiven Austausches zu grundlegenden Fragestellungen zum Leben und Sterben so gut angenommen wird.

Die analoge Pinnwand besteht seit 2024 an zentraler Stelle im Krankenhaus, ergänzend wurde Ende November ein Webangebot eingerichtet. Die digitale Palliativ-Pinnwand ist in ihrer Form deutschlandweit einmalig und umfasst aktuell elf verschiedene Fragen, die sich mit dem Ende des Lebens und mit dem Prozess des Sterbens beschäftigen – so u. a. diese:

  • Wenn Sie morgen sterben müssten – was würden Sie heute noch tun?
  • Wovor haben Sie Angst beim Sterben?
  • Wo möchten Sie sterben?
  • Was wäre Ihnen wichtig, wenn Sie im Sterben liegen?
  • Ein letzter Blick zurück: Wofür hat es sich gelohnt zu leben?“ Was ist für Sie ein „schöner Tod“?

Generell verfolgt das Ev. Diakonissenkrankenhauses Leipzig einen ganzheitlichen Ansatz in der Palliativversorgung:Neben einer wirksamen schmerztherapeutischen Begleitung steht der respekt- und würdevolle Umgang mit den betreffenden Menschen in allen Stadien ihrer unheilbaren Erkrankung im Mittelpunkt. Daher leistet ein multiprofessionell besetztes Team die Behandlung, die auch die aktive Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen durch begleitende Gespräche und Beratung bis hin zur Wahrnehmung und Berücksichtigung von psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen umfasst. Dazu gehört beispielsweise auch, dass Menschen Abschied von ihren Haustieren nehmen können. Zudem wird eine spezielle Hundetherapie angeboten.

Mit dem Aufbau einer eigenen Palliativstation, die neben sechs Betten einen großen Aufenthaltsraum mit Terrasse, einen Schulungsraum sowie einen Raum der Stille umfassen wird, können Dr. Mende und ihr eingespieltes Team die Versorgung künftig noch intensiver nach ihrem ganzheitlichen Konzept gestalten. Spatenstich für die neue Station ist am 12. Mai, die Eröffnung ist Mitte 2026 geplant.

Die digitale Pinnwand ist über folgenden Link erreichbar:
https://pinnwand.diako-leipzig.de

Quelle:

diako-leipzig.de


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