Auswirkungen des neuen Krankenhausplans auf die Havelland Kliniken
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Der vierte Krankenhausplan des Landes Brandenburg wurde am 23. Juli 2021 bekannt gemacht. Die Havelland Kliniken mit den Standorten Nauen und Rathenow werden darin mit 576 Planbetten und Tagesklinikplätzen ausgewiesen. Die Planbettenanzahl der Klinik Rathenow steigt auf 186. „Damit wurde den Vorstellungen von Krankenhausleitung und Geschäftsführung voll umfänglich entsprochen“ erklärt Geschäftsführer Jörg Grigoleit.
Das Brandenburger Gesundheitsministeriums hat wiederholt erklärt, dass der Erhalt aller Kranken-hausstandorte im Land sein Ziel ist. Gleichzeitig wurde jedoch darauf hingewiesen, dass es strukturelle Veränderungen geben muss, um dies zu gewährleisten. Die Leitung der Havelland Kliniken berät daher über die Schaffung ergänzender ambulanter Versorgungsstrukturen unter dem Dach der Klinik Rathenow. Das betrifft sowohl zusätzliche ambulante Diagnose- und Therapiemöglichkeiten als auch die Ansiedelung eines Medizinischen Versorgungszentrums. Ferner hat der Gesetzgeber nunmehr die Möglichkeit geschaffen, Kurzzeitpflegeplätze in der Klinik anzubieten. Das kommt den Interessen so-wie dem Bedarf von Patienten in der Region Westhavelland entgegen und ermöglicht den Kliniken eine nahtlose Fortsetzung der Versorgungkette sowie einen effizienten Einsatz von Personal.
Die Umsetzung der Vorgaben des Landeskrankenhausplans bedeutet für den Klinikstandort Rathenow die Möglichkeit außerdem einen Zuwachs von bis zu 11 vollstationären Betten und 6 Plätzen in der Tagesklinik Geriatrie.
Angesichts des hohen Durchschnittsalters der Bevölkerung im Westhavelland kommt der Bereitstellung von Versorgungsangeboten der Altersmedizin hier eine zentrale Bedeutung zu. Die Krankenhaus-leitung trifft daher die räumlichen Vorbereitungen zur Aufstockung der vollstationären Betten zum 1. September 2021 in der Geriatrie.
Seit 2019 betreibt die Klinik Rathenow eines von nur vier Alterstraumzentren im Land Brandenburg für die altersgerechte Versorgung von Patienten ab dem 70. Lebensjahr nach Stürzen oder Frakturen. Geriatrie und Unfallchirurgie arbeiten dabei eng zusammen und werden von einem multiprofessionellen Team unterstützt. Auch dieses sehr gut von Patienten angenommene Angebot kann nun erweitert wer-den. Außerdem wird geprüft, ob ergänzend eine ambulante geriatrische Rehabilitation etabliert werden kann.
Die Klinik Rathenow wurde bereits mehrfach vom Land Brandenburg als bedarfsnotwendig eingestuft, um gerade auch notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung vor allem im westlichen Havelland sicherzustellen. Dementsprechend wird auch die Notfallmedizin ausgebaut. Die Havelland Kliniken erhalten ihren Wunsch aufrecht, neben der Basisnotfallversorgung auch eine ärztliche Bereitschafts-praxis der Kassenärztlichen Vereinigung in der Klinik Rathenow anzusiedeln.
„Wir konnten dieses Modell am Klinikstandort Nauen bereits im November 2020 realisieren und machen sehr positive Erfahrungen damit, dass wir eine zentrale Anlaufstelle für Patienten geschaffen haben, welche ihre weitere Versorgung zügig einleitet“ berichtet Geschäftsführer Grigoleit. „Wir stehen bereit, sofern die Kassenärztliche Vereinigung ihre bisherige Ablehnung gegenüber einer Praxis in der Klinik Rathenow. überdenken sollte“. Schon jetzt ist die Telemedizin im Bereich der Notfallmedizin ein wichtiges Element. Deren Einsatzmöglichkeiten möchte der Unternehmensverbund noch intensivieren.
Die weitere Entwicklung der Klinikstandorte ist im Herbst letzten Jahres in einer Strategietagung zwischen Krankenhausleitung und Aufsichtsrat, dessen Vorsitz Landrat Lewandowski führt, erörtert und abgestimmt worden. Die geplante künftige Ausrichtung und die Bereitschaft der Havelland Kliniken, dafür auch am Klinikstandort Rathenow erneut Investitionen aus Eigenmitteln in Millionenhöhe zu tätigen, wurden vom Aufsichtsrat als deutliches Bekenntnis der Havelland Klinken gewertet, sich im ländlichen Raum für die Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen Versorgung zu engagieren.
havelland-kliniken.de
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