AWMF mahnt Qualitätssicherung medizinischer KI-Inhalte an

Die AWMF mahnt die Qualitätssicherung medizinischer KI-Inhalte an und will mit dem Projekt Dissolve-E ihr Leitlinienregister in eine strukturierte Wissensbasis überführen, die eine optimale Verfügbarkeit von Leitlinienwissen in digitalen Anwendungen ermöglichen soll…

22. Oktober 2026
  • Data und KI
  • QM

Die AWMF sieht in digitalen medizinischen Leitlinien einen großen Nutzen für KI-Anwendungen. Sie mahnt die Qualitätssicherung medizinischer KI-Inhalte an, um eine evidenzbasierte digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland zu erreichen. Eine digitale Transformation der Medizin erfordert die Integration von hochwertigem, vertrauenswürdigem Leitlinienwissen in alle digitalen Anwendungen.

Anlässlich des World Evidence-Based Healthcare Day (EBHC) zum Thema „Evidence and AI: People at the Centre“ verweist die AWMF auf ihr Projekt Dissolve-E. Die AWMF hat es im Jahr 2024 unter der federführenden Leitung von Prof. Ina Kopp initiiert, der stellvertretenden Vorsitzenden der Leitlinienkommission. Ziel ist, das Leitlinienregister in eine digitale, strukturierte Wissensbasis zu überführen.

Menschen wünschen sich konkrete Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen und nutzen dazu bereits KI-Anwendungen, stellt Prof. Ina Kopp fest, Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi). KI-Anwendungen müssen nachvollziehbar und transparent sein, weshalb die ausgegebenen Informationen qualitätsgesichert werden müssen. Je strukturierter Informationen vorliegen, desto wahrscheinlicher gibt KI sie korrekt wieder. Deshalb benötigt die AWMF maschinenlesbare Leitlinieninhalte im interoperablen FHIR-Standard.

Die Bundesregierung soll in Gesetzgebungsverfahren zur Digitalisierung der Medizin regelmäßig auf die Angebote des digitalen AWMF-Leitlinienregisters Bezug nehmen. Prof. Vera von Dossow, Vorsitzende der Leitlinienkommission der AWMF, betont die zentrale Rolle von Leitlinien für eine evidenzbasierte digitale Gesundheitsversorgung.

Leitlinien sind wichtige Entscheidungshilfen, doch ihre Erstellung ist aufwendig und sie erreichen die Praxis oft nicht. Für einen besseren Wissenstransfer in die digitale Versorgung mit KI-Nutzung fordert die AWMF eine verlässliche Qualitätssicherung, wie sie bei Arzneimitteln und Medizinprodukten gilt.

Quelle:
awmf.org

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