Barmer: 3,5 Millionen stationäre Fälle wären ambulant behandelbar gewesen

Laut Barmer-Versorgungskompass 2025 war jeder fünfte vollstationäre Fall ambulant behandelbar. Trotz gesetzlicher Reformen bleibt das Potenzial mit knapp 3,5 Millionen Fällen weiterhin hoch…

16. September 2026
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Die Barmer beziffert das ungenutzte Ambulantisierungspotenzial im deutschen Krankenhauswesen für 2025 auf knapp 3,5 Millionen vollstationäre Fälle. Jeder fünfte Fall wäre demnach ambulant behandelbar gewesen. Gegenüber 2019 ist die Zahl zwar um eine Million gesunken, hat sich aber seit der Coronapandemie auf dem Niveau von 3,6 bis 3,8 Millionen Fällen eingependelt.

Barmer-Vorstandsvorsitzender Christoph Straub sieht trotz gesetzlicher Maßnahmen zur Stärkung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ weiteren Handlungsbedarf. Er fordert, weitere geeignete Eingriffe in den AOP-Katalog aufzunehmen und die sektorengleiche Vergütung weiterzuentwickeln. Der Hybrid-DRG-Katalog sowie der AOP-Katalog listen bereits über 3.300 ambulant durchführbare Leistungen auf.

Zusätzlich registrierte die Barmer 2025 rund 4,67 Millionen ambulant-sensitive Krankenhausfälle, also Einweisungen, die durch ambulante oder Heimversorgung hätten vermieden werden können. Darunter fallen 22 Krankheitsgruppen, etwa Bluthochdruck, Diabetes oder einfache Harnwegsinfekte. Gegenüber 2019 mit fünf Millionen Fällen ist die Zahl gesunken, steigt aber seit 2021 wieder an.

Beide Kennzahlen zeigen ausgeprägte regionale Unterschiede. Bei den ambulant-sensitiven Fällen reicht die Spanne von 1.010 Fällen je 100.000 Personen in Thüringen bis zu 6.305 in Nordrhein-Westfalen. Im März einigten sich GKV-Spitzenverband und Deutsche Krankenhausgesellschaft auf Regelungen zu sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen.

Quelle:
aerzteblatt.de

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