Pflegekräfte arbeiten unter höheren körperlichen und psychischen Anforderungen als andere Berufsgruppen
Pflegekräfte sind körperlich und psychisch stärker belastet als andere Berufsgruppen. Das zeigt ein BAuA-Faktenblatt auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024…
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Ein Faktenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belegt erhebliche Unterschiede zwischen Pflegeberufen und anderen Beschäftigungsgruppen. Grundlage ist die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 mit 568 ausgewerteten Pflegekräften aus drei Versorgungsbereichen und 19.332 Beschäftigten anderer Berufe als Vergleichsgruppe.
Körperlich fällt der Unterschied besonders deutlich aus. Mindestens 85 Prozent der Pflegenden arbeiten häufig im Stehen, in anderen Berufen sind es 45 Prozent. Schweres Heben und Tragen gehört für bis zu 69 Prozent der Pflegekräfte zum Alltag, bei anderen Beschäftigten nur für 15 Prozent.
Auch psychisch sind die Anforderungen höher. Pflegekräfte berichten häufiger von Termin- und Leistungsdruck, Arbeitsunterbrechungen und emotional belastenden Situationen. Besonders ausgeprägt ist die psychische Belastung in Krankenhäusern. 71 Prozent erleben dort häufig starken Leistungsdruck, 88 Prozent müssen regelmäßig mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen.
Der individuelle Handlungsspielraum variiert je nach Setting erheblich. In der ambulanten Pflege können 60 Prozent die Arbeitsziele mitbestimmen, in der Akutpflege nur 32 Prozent. Pausenzeiten legen settingübergreifend nur 41 bis 52 Prozent selbst fest. Unterstützung durch Vorgesetzte erhalten Pflegekräfte mit 54 bis 57 Prozent seltener als andere Beschäftigte mit 64 Prozent.
Die gesundheitlichen Folgen sind messbar: Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen betreffen 56 bis 65 Prozent der Pflegenden, gegenüber 39 Prozent in anderen Berufen. Schlafstörungen und Erschöpfung treten ebenfalls überdurchschnittlich häufig auf. Die BAuA empfiehlt, Gesundheitsförderungsmaßnahmen gezielt an die jeweiligen Settings anzupassen.
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