Bayerische Kliniken prüfen Umbau zu sektorenübergreifenden Versorgern
Viele bayerische Krankenhäuser stecken massiv in den roten Zahlen. Als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung mit höchstens 50 Betten könnten kleine Standorte erhalten bleiben. Dort ist an Werktagen acht Stunden lang eine ärztliche Präsenz vorgesehen…
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Die Umwandlung in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV) ist ein möglicher Ausweg für Krankenhäuser, die sonst nicht zu retten wären. Landbewohner wehren sich oft gegen die Schließung ihrer wohnortnahen Klinik, während Kommunen und Landkreise an anderer Stelle sparen müssen.
Ein SÜV versorgt Patienten stationär mit internistisch-geriatrischem Schwerpunkt, etwa bei Infektionen oder Dehydrierung. Komplexe Fälle wie Schlaganfall oder Krebs werden an geeignete Krankenhäuser verwiesen.Zudem darf ein SÜV höchstens 50 Betten haben, rentabel sind sie ab 25 bis 30 Betten. Eine Ärztin oder ein Arzt ist nur an Werktagen acht Stunden vor Ort, der Rest über Rufbereitschaft. Eine Pflegefachkraft ist jederzeit anwesend.
Viele Kliniken sind hochdefizitär, weil sie jederzeit voll gerüstet sein müssen. Stattdessen gibt es pro Bett mit mindestens 30 Fällen jährlich eine Strukturpauschale von gut 182.000 Euro und eine Tagespauschale von 95 Euro. Laut Bayerischer Krankenhausgesellschaft (BKG) reicht das für einen wirtschaftlichen Betrieb.
Der Landkreis Starnberg ist für die Klinik in Penzberg zuständig und muss seit 2022 jährlich fünf bis sechs Millionen Euro Defizit auffangen. Ein Ausstieg würde laut Landrat Stefan Frey (CSU) Fördermittelrückzahlungen und Abfindungen erfordern. In Penzberg verlieren rund 100 von 250 Beschäftigten ihren Job, sie sollen aber ein Angebot an anderen Standorten des Trägers erhalten. Eine Ambulanz soll von 8.00 bis 20.00 Uhr öffnen. Nachts kamen 2025 im Schnitt fünf Menschen, höchstens einer wurde stationär aufgenommen.
2027 starten voraussichtlich nur fünf Kliniken, öffentlich bekannt sind Penzberg und Schongau. Der große Schwung dürfte 2028 kommen. Roland Engehausen (BKG) spricht mit zwölf Standorten konkret und sieht Potenzial für 20 Kliniken.
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