Bayerns Kliniken schlagen Alarm: Krankenhausreform auf dem Prüfstand

Die wirtschaftliche Lage der bayerischen Krankenhäuser spitzt sich dramatisch zu: 85 Prozent erwarten bis 2025 ein Defizit. Die BKG fordert eine Steigerung der Behandlungserlöse um vier Prozent. Gesundheitsministerin Gerlach drängt auf Korrekturen an der Krankenhausreform. Innovationen wie KI bieten Lichtblicke.

21. März 2025
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Die wirtschaftliche Lage der bayerischen Krankenhäuser spitzt sich zu. Eine aktuelle Umfrage der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) zeigt: 85 Prozent der Kliniken rechnen bis 2025 mit roten Zahlen. Bereits im Vorjahr hatten 80 Prozent der Häuser Verluste geschrieben.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) nennt die Situation alarmierend“. Sie fordert Nachbesserungen bei der Krankenhausreform, insbesondere Ausnahmeregelungen bei den Vorgaben für die Leistungsgruppen. Nur so könne die flächendeckende Versorgung sichergestellt werden.

Die BKG fordert eine Anhebung der Behandlungserlöse um vier Prozent, um Insolvenzen zu vermeiden. Besonders betroffen sind die Grundversorgung, die Notfallmedizin sowie die Kinder- und Geburtshilfe. BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen warnt vor gravierenden Folgen für die Patientenversorgung, wenn nicht gegengesteuert werde.

Unklarheiten bei der Krankenhausreform erschweren den Kliniken zudem die Planung. Leistungsgruppen müssen beantragt werden, obwohl zentrale Rahmenbedingungen wie Mindestvorhaltemengen noch fehlen.

Trotz der Unsicherheiten arbeiten die Kliniken an Strategien für die Zukunft. Mehr als 75 Prozent überprüfen ihre medizinische Ausrichtung, 70 Prozent setzen verstärkt auf Kooperationen, ein Drittel plant bauliche Anpassungen. Auch technologische Innovationen bieten Chancen: Künstliche Intelligenz, elektronische Patientenakte und Telemedizin rücken in den Fokus…

Quelle:

aerzteblatt.de


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