Beitragsgelder in Hochrisikofonds: Fünf Krankenkassen und KVen klagen auf Schadenersatz
Mehrere Krankenkassen und KVen investierten Beitragsgelder in den Hochrisiko-Immobilienfonds Verius. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 220 Millionen Euro, könnte aber weit höher liegen…
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Der Schaden durch Fehlinvestitionen in den Verius-Immobilienfonds ist größer als bisher bekannt. Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung beziffern den Gesamtschaden auf knapp 220 Millionen Euro, Mitte Juli waren noch 173 Millionen Euro bekannt. Möglicherweise haben 28 Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen sogar mehr als 500 Millionen Euro investiert.
Neu hinzugekommen ist die KV Westfalen-Lippe mit rund 40 Millionen Euro. Die AOK Bremen hat ihre Investition von 5,5 Millionen Euro bereits vollständig abgeschrieben und beauftragte externe Anwälte, die Fehlinvestition aufzuarbeiten und die Verantwortung zu klären.
Das investierte Geld stammt aus Beitragsgeldern der Kassen und Mitgliedsbeiträgen der KVen, die gesetzlich zu einer konservativen, risikoarmen Anlage verpflichtet sind. Gutachten, unter anderem von KPMG, hatten Investments in den Fonds dennoch als grundsätzlich rechtskonform nach SGB IV bewertet und wurden gezielt an Kassen verschickt. KPMG verweist auf gesetzliche Verschwiegenheitspflichten und äußert sich nicht.
Der offizielle Verkaufsprospekt listete mehr als 25 Risiken, drei davon als „hoch“ eingestuft, und wies ausdrücklich auf möglichen Totalverlust hin. Spätere Bilanzen zeigten Verzinsungen von 15 bis 18 Prozent, ein klares Merkmal von Hochrisikoinvestments. Die BKK Gildemeister Seidensticker gab an, beim Kauf der ersten Tranche habe der Verkaufsprospekt noch gar nicht vorgelegen. Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A., formaler Investmentfondsmanager des Verius-Fonds, betonte, von Beginn an für maximale Transparenz gesorgt zu haben. Fünf Kassen und KVen klagen nun vor dem Landgericht Frankfurt auf Schadenersatz.
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