Belegärzte sehen sich als Brücke zwischen den Sektoren – die Reformpolitik lässt sie außen vor

Belegärzte beschreiben ihr Berufsfeld als attraktiv und sektorenverbindend, kritisieren aber, dass Krankenhaus-, Notfall- und Vergütungsreformen ihre Strukturen bisher nur unzureichend berücksichtigen…

20. April 2026
  • Politik

Belegärzte sehen sich als Verbindung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, fühlen sich in den aktuellen Reformen aber nicht ausreichend berücksichtigt. Der Berufsverband der Belegärzte und Belegkrankenhäuser kritisiert, dass die Gesundheitspolitik ein bestehendes sektorenübergreifendes Berufsfeld zu wenig mitdenkt.

Nach Angaben des Verbands arbeiteten Ende 2025 rund 3.050 Belegärztinnen und Belegärzte in Deutschland. Sie versorgen laut BdB pro Person im Schnitt etwa 4.500 Patientinnen und Patienten im Jahr. Das entspreche rund 14 Millionen Menschen. Nach Zahlen des Zi entfallen 22 Prozent der belegärztlichen Leistungen auf die Orthopädie und 20 Prozent auf die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Weitere Leistungen kommen aus Kardiologie, Urologie und Gynäkologie.

Der BdB beschreibt das Berufsfeld als attraktiv. Belegärzte könnten den gesamten Versorgungspfad begleiten, trotz Vertragsarztsitz im Krankenhaus operieren und in beiden Versorgungsbereichen arbeiten. Verbandschef Ryszard van Rhee kritisierte zugleich die EBM-Reform von 2005 und die anhaltende Lücke zwischen steigenden stationären Anforderungen und einer ambulant geprägten Honorierung. Auch die geplante Notfallreform schließe Belegärzte komplett aus.

Skepsis äußerten mehrere Teilnehmer auch bei den neuen sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen. Sie verweisen auf den fehlenden vertragsärztlichen Part und auf offene Finanzierungsfragen. Einig waren sich die Beteiligten, dass ohne Änderungen im ambulanten Honorarsystem und bei der stationären Vergütung mehr Zusammenarbeit kaum gelingen wird.

Quelle:
aerzteblatt.de

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