Berlin prüft unterirdische Klinikstrukturen für den Krisen- und Kriegsfall
Berlin soll seine Krankenhäuser besser auf multiple Krisen und einen möglichen Kriegsfall vorbereiten. Charité-Professor Leif Erik Sander fordert dafür nutzbare Schutzstrukturen, Investitionen und eine berlinweite Steuerung in Echtzeit…
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Berlin soll seine Krankenhäuser auf schwere Krisen und einen möglichen Kriegsfall vorbereiten. Nach Einschätzung von Charité-Professor Leif Erik Sander fehlen dafür belastbare Strukturen. Er brachte im Gesundheitsausschuss auch unterirdisch nutzbare Klinikbereiche ins Spiel, um die medizinische Versorgung im Ernstfall abzusichern.
Sander sagte, die Charité prüfe konkret, welche Anlagen sie im Krisenfall nutzen könne. Unter dem Campus des Virchow-Klinikums gebe es Versorgungstunnel. Andere Häuser hätten solche Strukturen nicht. Deshalb müsse Berlin zuerst klären, welche geschützten Bereiche in den Kliniken überhaupt vorhanden seien.
Als Hintergrund nannte der Bericht Drohnenüberflüge, Cyberangriffe, Stromausfälle, Sabotage, Anschläge und die Belastung durch viele Infizierte in der Pandemie. Ein früheres Bunker-Hospital unter dem Paulinenkrankenhaus in Westend existiere zwar noch, gelte aber inzwischen als museumsreif.
Sander sieht zugleich grundlegende Schwächen im Berliner Kliniksystem. Viele Häuser hätten Modernisierungen über Jahre verschleppt. Dadurch litten Gebäude, technische Infrastruktur, Zugangsschutz, Videoüberwachung und IT-Sicherheit. Für einen Massenanfall Schwerverletzter fehle außerdem eine berlinweite Patientensteuerung in Echtzeit. Sander fordert deshalb Investitionen und ein Echtzeit-Lagebild für Betten, Intensivkapazitäten, Personal, Spezialfähigkeiten und OP-Kapazitäten.
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