Berliner Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Wegen 15-fachen Mordes an schwerstkranken Patienten hat das Landgericht Berlin einen 41-jährigen Palliativarzt zu lebenslanger Haft verurteilt und Sicherungsverwahrung angeordnet…

10. Juli 2026
  • QM

Das Landgericht Berlin hat einen 41-jährigen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest, ordnete anschließende Sicherungsverwahrung an und verhängte ein lebenslanges Berufsverbot.

Der Arzt tötete nach Überzeugung des Gerichts zwischen 2021 und 2024 zwölf Frauen und drei Männer durch tödliche Medikamentengemische bei Hausbesuchen. Die Opfer waren zwischen 25 und 94 Jahre alt, alle schwerstkrank, ihr Tod stand jedoch nicht unmittelbar bevor. Das Urteil folgt dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte sich gegen die Feststellung besonderer Schuldschwere und gegen die Sicherungsverwahrung ausgesprochen.

Nach monatelangem Schweigen gestand der Angeklagte am 25. Juni 2026 zwölf der Taten. Er habe sich eingeredet, Patienten Leid und Siechtum zu ersparen. Zum Prozessabschluss entschuldigte er sich erneut bei den Hinterbliebenen.

Auslöser der Ermittlungen waren Brände, die der Arzt gelegt haben soll, um Tötungen zu verdecken. Hinweise des Pflegedienstes, für den er tätig war, brachten ihn zunehmend in den Fokus. Das Berliner Landeskriminalamt wertete Hunderte Patientenunterlagen aus, im April 2025 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage in 15 Fällen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in 76 weiteren Fällen und geht von einer weiteren Anklage noch in diesem Jahr aus. Der Arzt kündigte an, sich im kommenden Verfahren deutlich früher einzulassen.

Quelle:
apotheke-adhoc.de

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