Bielefeld setzt Maßstäbe für geschlechtersensible Medizin
Frauen, trans- und nicht binäre Menschen bleiben in Studien unterrepräsentiert – mit dramatischen Folgen. Neue Ansätze wie eine Professur in Bielefeld setzen erste Gegenakzente. Die Gender-Data-Gap gefährdet Versorgung und fordert ein Umdenken.
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Frauen sowie trans- und nicht binäre Personen sind in medizinischen Studien weiterhin stark unterrepräsentiert. Zahlreiche Beispiele zeigen: Geschlechtsspezifische Unterschiede in Diagnostik und Therapie werden oft ignoriert. So reagieren Frauen anders auf Medikamente und Impfstoffe oder erhalten seltener korrekte Diagnosen bei Autismus. Auch in der SARS-CoV-2-Forschung werden Menschen mit Uterus vernachlässigt, obwohl geschlechtsspezifische Risiken bekannt sind. Lediglich vier Prozent der COVID-19-Studien werten das Geschlecht systematisch aus. Expertinnen wie Dr. Amma Yeboah kritisieren die mangelnde Berücksichtigung nicht-binärer Geschlechtsidentitäten. Hoffnung macht eine neue Professur für geschlechtersensible Medizin an der Universität Bielefeld. Sie verankert Genderwissen künftig verpflichtend in der ärztlichen Ausbildung und legt damit die Basis für eine bessere und gerechtere medizinische Versorgung…
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