Bonner Forschungsteam bewertet weltweiten Stand der Smartphone-Netzhautbildgebung
Ein internationales Team unter Bonner Leitung hat 30 technische Systeme und 274 Studien zur Smartphone-basierten Netzhautbildgebung ausgewertet und Potenziale für Screening und Telemedizin identifiziert…
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Smartphone-basierte Netzhautbildgebung kann ausgewählte Screening- und Triage-Szenarien in der Augenheilkunde bereits sinnvoll unterstützen. Das zeigt eine Übersichtsarbeit eines internationalen Expertenteams unter Federführung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn, veröffentlicht im Fachjournal Progress in Retinal and Eye Research.
Die Forschenden analysierten 30 technische Lösungen und 274 wissenschaftliche Publikationen. Untersucht wurden Bildqualität, diagnostische Leistungsfähigkeit, Telemedizin, KI-Einsatz, regulatorische Anforderungen und Datenschutz. Besonders belastbare Evidenz liegt laut der Analyse für diabetische Retinopathie, Glaukom-Veränderungen am Sehnervenkopf und ausgewählte Anwendungen bei Frühgeborenenretinopathie vor.
In Regionen mit eingeschränkter augenärztlicher Versorgung könnten geschulte nichtärztliche Fachkräfte Netzhautbilder aufnehmen und telemedizinisch an spezialisierte Zentren übermitteln. KI-Systeme könnten künftig die Bildqualität prüfen, geeignete Einzelbilder aus Sequenzen auswählen, mehrere Aufnahmen zusammenführen und krankhafte Veränderungen erkennen.
Gleichzeitig benennen die Autoren offene Fragen: Es fehlen einheitliche Standards für Bildqualität und Gerätesicherheit, große Implementierungsstudien sowie Kosten-Nutzen-Analysen. Ob Smartphone-basierte Programme langfristig zu besseren Behandlungsergebnissen führen, ist laut Privatdozent Maximilian Wintergerst noch nicht ausreichend untersucht. Das Team fordert Mindeststandards für künftige Studien.
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