Brustkrebsfrüherkennung: KI könnte Doppelbefundung gezielt ergänzen

Studien zur Mammographie zeigen für KI-unterstützte Befundung eine höhere Sensitivität bei gleicher Spezifität. Zugleich sinkt die ärztliche Arbeitsbelastung, was den Einsatz im Screening für Fachleute interessant macht…

13. März 2026
  • Data und KI
  • QM

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland werden jährlich rund 74.500 Neuerkrankungen registriert und mehr als 6.000 in-situ-Tumoren festgestellt. Etwa jede achte Frau erkrankt im Lauf ihres Lebens an diesem bösartigen Tumor. Eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen deutlich.

Das Mammographie-Screening wurde vor 20 Jahren eingeführt und richtet sich an symptomfreie Frauen. Es wird für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre nach einer schriftlichen Einladung kostenfrei angeboten. Eine Studie der Universität Münster belegt den Erfolg dieser Maßnahme. Die Brustkrebsmortalität sank um 20 bis 30 Prozent, da jeder vierte Todesfall vermieden werden konnte.

Bislang schreiben die Regeln im Screening eine unabhängige Doppelbefundung durch zwei Mediziner vor. Die schwedische MASAI-Studie verglich dieses klassische Vorgehen nun mit einer durch KI unterstützten Befundung. Dazu wurden über 105.000 Frauen zufällig zwei Gruppen zugeteilt.

In der KI-unterstützten Gruppe traten 1,55 Intervallkarzinome auf, während die Kontrollgruppe bei 1,76 lag. Die Sensitivität der KI war mit 80,5 Prozent höher als bei der Doppelbefundung mit 73,8 Prozent. Die Spezifität betrug in beiden Gruppen 98,5 Prozent. Falsch-positive Befunde lagen jeweils bei rund 1,5 Prozent und blieben damit auf einem vergleichbaren Niveau.

Die Ergebnisse dieser Studie sprechen für einen möglichen Nutzen von KI im Screening. Die S3-Leitlinie sieht KI als Ergänzung zur menschlichen Befundung und empfiehlt eine zeitnahe Erprobung im deutschen System. Zugleich verweist der Text auf erste Ergebnisse sowie auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Studienansätzen. Eine breite Umsetzung sollte deshalb im bestehenden Versorgungsteam der Ärztinnen und Ärzte sorgfältig erprobt werden.

Quelle:
doccheck.com

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