Bund sieht in eigenem Sepsis-Register keinen Mehrwert und verweist auf bestehende Datenquellen
Die Bundesregierung sieht in einem eigenen Sepsis-Register keinen Mehrwert und verweist auf das FDZ Gesundheit. Zugleich plant das RKI den Aufbau einer Surveillance von Blutstrominfektionen…
- Politik
Die Bundesregierung lehnt den Aufbau eines eigenen Sepsis-Registers ab. Der bürokratische Aufwand wäre erheblich, und Patienten ließen sich schwer eindeutig zuordnen, weil Sepsis häufig erst im Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung entsteht. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.
Als Alternative verweist die Bundesregierung auf das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit). Dieses stellt Abrechnungsdaten der gesetzlich Versicherten sowie ab Ende 2026 Daten der elektronischen Patientenakte datenschutzkonform zu gemeinwohlorientierten Zwecken zur Verfügung. Damit könne eine einheitliche, bevölkerungsbezogene und sektorenübergreifende Erfassung aller Sepsisfälle im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen. Enthalten seien insbesondere Informationen zu Diagnosen, zur Nutzung von Präventionsangeboten sowie zu stationären Prozeduren, Diagnosen und Tod.
Die Bundesregierung räumt zugleich Datenlücken bei der frühzeitigen Erkennung, Diagnostik und Behandlung von Sepsis ein. Vor diesem Hintergrund plant das Robert-Koch-Institut (RKI) den Aufbau einer Surveillance von Blutstrominfektionen. Eine systematische Ergänzung durch ICD-Kodierungen sei dabei unerlässlich, um die Daten zuverlässig, systematisch, wissenschaftlich umfassend und evidenzbasiert zu interpretieren und mit dem FDZ Gesundheit verknüpfen zu können.
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