Bundesländer im Vergleich: Große Spannbreite bei Notaufnahmen
Ambulante Notfälle steigen stark an und zeigen deutliche regionale Unterschiede. Eine Umfrage liefert Hinweise auf strukturelle Ursachen…
- Ökonomie
2024 wurden in deutschen Notaufnahmen rund 13 Millionen ambulante Notfälle versorgt. Das Plus von fünf Prozent gegenüber 2023 führt zu einem neuen Höchststand seit Beginn der Erfassung. Die Fallzahlen lagen 2020 pandemiebedingt deutlich niedriger und stiegen seither kontinuierlich. Täglich suchten im vergangenen Jahr etwa 35 600 Menschen eine Notfallambulanz auf. Die bevölkerungsreichen Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg meldeten die höchsten Fallzahlen. Bezogen auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner zeigen sich große Unterschiede. Hamburg und Berlin verzeichneten die höchsten Quoten, während Schleswig-Holstein und Hessen niedrige Werte meldeten. Gründe nennt das Statistische Bundesamt nicht, Hinweise liefert jedoch eine GKV-Umfrage. Viele Patientinnen und Patienten suchten ohne zwingenden medizinischen Anlass die Notaufnahme auf. Genannt wurden geschlossene Praxen sowie die eigene Einschätzung einer dringenden Behandlung. Befragte berichteten zudem von Schwierigkeiten, zeitnah einen Termin zu erhalten. Fachleute verweisen auf demografische Entwicklungen, Versorgungslücken in der ambulanten Medizin und eine geringe Bekanntheit des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.
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