Bundestag bewilligt Milliardenhilfe für Krankenhäuser
Die Kliniken sollen kurzfristig mit vier Milliarden Euro gestützt werden. Die DKG begrüßt die Entlastung, warnt jedoch zugleich: Ohne eine tiefgreifende Deregulierung und eine verlässliche Finanzierung bleibt diese Maßnahme nur ein Pflaster auf einer offenen Wunde.
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Der Bundestag hat beschlossen, ab November 2025 für ein Jahr einen Rechnungsaufschlag von 3,45 Prozent auf stationäre Krankenhausleistungen zu erheben. Damit sollen die im Koalitionsvertrag verankerten vier Milliarden Euro zur Liquiditätsstärkung der Kliniken bereitgestellt werden. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt die kurzfristige Entlastung, sieht jedoch keinen nachhaltigen Lösungsansatz. DKG-Vorstand Dr. Gerald Gaß spricht von einem „dringend notwendigen Schritt“, der Zeit für strukturelle Reformen verschaffen könne. Zugleich warnt die DKG vor einem fortgesetzten Ungleichgewicht zwischen Kosten und Erlösen. Die Organisation fordert eine umfassende Deregulierung und Entbürokratisierung sowie mehr Handlungsfreiheit bei der Personal- und Prozessgestaltung. Besonders kritisiert wird die Belastung der gesetzlichen Krankenversicherung mit gesamtgesellschaftlichen Aufgaben. Positiv bewertet die DKG hingegen die geplante Finanzierung des Transformationsfonds über ein Sondervermögen. Die zentrale Botschaft bleibt: Liquidität allein ersetzt keine Reform.
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