Bundesverband Geriatrie fordert geriatrische Kompetenz in Integrierten Notfallzentren
Der Bundesverband Geriatrie kritisiert die vom Bundestag beschlossene Notfallreform, weil sie die Altersmedizin außer Acht lässt, und fordert geriatrische Kompetenz in den Integrierten Notfallzentren…
- Politik
Die Reform der Notfallversorgung berücksichtigt nach Ansicht des Bundesverbands Geriatrie die Altersmedizin nicht. Der Bundestag hat das Gesetz verabschiedet, die Geriatrie findet darin jedoch keine Erwähnung als notfallmedizinisch relevante Fachabteilung.
Der demografische Wandel bringt nach Angaben des Geschäftsführers Dirk van den Heuvel zunehmend multimorbide, betagte und hochbetagte Patientinnen und Patienten in die Notaufnahmen. Sie benötigen spezifische Instrumente zur Risikostratifizierung und prognostischen Einschätzung, um weiterführende Abklärungs- und Behandlungsstrategien sachgerecht planen zu können.
Der Verband fordert, geriatrische Einheiten oder Kompetenzstrukturen regelhaft in die Notaufnahmen der Integrierten Notfallzentren (INZ) einzubinden. Eigenständige Strukturen für Betagte und Hochbetagte hält er dagegen nicht für erforderlich, anders als in der Kinder- und Jugendmedizin.
Wo am Standort keine Fachabteilung für Geriatrie oder Leistungsgruppe Geriatrie besteht, sollen die INZ geriatrische Kompetenz zumindest über telemedizinische und telefonische Konsile einbinden.
Unabhängig vom Beschluss will der Verband die Geriatrie gesetzlich als „notfallmedizinisch relevante Fachabteilung“ ausweisen. Die Frage notfallmedizinischer Relevanz dürfe nicht im Ermessen der Planungsbehörden liegen.
Van den Heuvel kritisiert, die Reform werde ohne stärkere Berücksichtigung der Geriatrie schon in wenigen Jahren von der Versorgungsrealität eingeholt.
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