Bundesweite Anerkennung für patientenzentrierte Chirurgie: Greifswalder Fast-Track-Programm prämiert

Auszeichnung für intensive Kommunikation mit Patienten

17. September 2024
  • Medizin
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Auszeichnung für intensive Kommunikation mit Patienten

Die Klinik für Allgemeine Chirurgie hat beim Award Patientendialog 2024 den 2. Platz errun­gen. Die Jury zeichnete das erst im April zertifizierte Fast-Track-Zentrum aus. Dieses bindet Patienten früh­zeitig vor ihrer Operation strukturiert in die Abläufe ein. Diese werden individuell auf die Betroffenen maßgeschneidert. So werden Behandlungserfolge verbessert und die Gefahr denkbarer Komplikationen weiter verringert. Der Preis wurde jetzt in Berlin vergeben.

Der Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK) hob in seiner Begründung beson­ders hervor, dass ein tatsächlicher Dialog mit den kommenden Patienten initiiert und intensiv geführt wer­de. Dieser bringt Patienten in eine aktive Rolle und beschleunigt ihre Genesung. Das verbessert die Be­hand­lungs­qualität. Zugleich hob die Jury hervor, dass die Unimedizin Greifswald ein solches Angebot in einem dünn besiedelten Flächenland unterbreite, wo deutlich höhere Hürden zu bewältigen seien.

Zunächst profitierten Patienten, denen ein bösartiger Tumor aus dem Darm entfernt wird. Klinikdirektor Prof. Stephan Kersting berichtet: „Wir haben das Fast Track-Konzept inzwischen auch auf Patienten mit Bauchspeicheldrüsen-Operationen ausgeweitet, um die hohen Standards der Patientenbetreuung beizu­behalten und weiter zu ver­bes­sern.“ Er kündigt an, dass weitere Bereiche folgen werden.

„Bei dem großen Festival ‚Berlin Big Bang Health‘ wurden wirklich viele tolle Projekte vorgestellt“, be­schreibt Projektkoordinatorin Susanne Knorr den Rahmen der Preisverleihung: „Umso erfreulicher war es für uns, dass wir uns mit Fast Track durchgesetzt haben.“ Knorr nahm den Preis gemeinsam mit Fast Track Nurse Grit Gebhardt für die Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäß­chirurgie entgegen.

Der englische Begriff „fast track“ steht für den schnellen Weg, der Patienten zügig und sicher zum und durch den Gesamteingriff führt. Alle erforderlichen Schritte von der Aufnahme über die notwendigen Abschluss-Untersuchungen bis zur unmittelbaren OP-Vorbereitung werden nach einem intensiven Vorge­spräch bestmöglich miteinander ver­knüpft. Die einzelnen Schritte haben eine genau festgelegte Reihen­folge, was als Behandlungs­pfad bezeichnet wird. Er mündet in den eigentlichen Eingriff und die unmittel­bare Nachsorge, wie Projektleiter Dr. André Schreiber erklärt. Der Oberarzt in der Chirurgie ergänzt: „Auf diese Weise konnte die durchschnittliche Verweildauer von achteinhalb Tagen auf sechs Tage verkürzt werden. Unsere Patienten sind also schneller wieder fit und zuhause.“

Der Ärztliche Vorstand Prof. Uwe Reuter hebt hervor: „Wir freuen uns, dass der hohe Einsatz für noch bessere Behandlungserfolge und eine aktivere Einbindung der Betroffenen bundesweit Anerkennung findet. Der gesamte Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald gratuliert dem siegreichen Team der Chirurgie. Zugleich empfinden wir den Award Patientendialog 2024 als Ansporn, dieses Konzept auszuweiten.“

Quelle:

medizin.uni-greifswald.de


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